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Mounten
Mounten
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1 Allgemeines
Damit ein bestimmtes Laufwerk im Ubuntu-System angesprochen werden kann, muss es gemountet (=ins System eingehangen) werden.
Laufwerke im Terminal einbinden:
mount /mnt/pfad
Laufwerkseinbindung im Terminal lösen:
umount /mnt/pfad
2 Mountpunkte
2.1 Beschreibung
Um eingehangen zu werden, benötigt das reale Laufwerk einen Punkt, über den es angesprochen werden kann. Diesen nennt man Mountpoint. Da in Linux alles irgendwie ein Verzeichnis ist, wird auch der Mountpoint als Verzeichnis angesprochen. Ein Mount- oder Einhängpunkt ist der Punkt, an dem ein Laufwerk ins System eingebunden wird.
- Bekannte und schon vorhandene Mountpunkte
- / für die Root-Partition
- /home für das Benutzerverzeichnis
- /media/xxx für über HAL eingebundene Laufwerke
- /mnt/xxx für eigene Mountpunkte
2.2 Mountpunkt erstellen
Da ein Mountpunkt nichts weiter als ein Verzeichnis bzw. Ordner ist, muss man auch nur ein Verzeichnis erstellen:
mkdir mountpunkt_name
Der Übersichtlichkeit wegen sollte man neue Mountpunkte im Verzeichnis /mnt erstellen oder direkt im Wurzelverzeichnis /. Dies muss mit Root-Berechtigung erfolgen:
sudo mkdir /mnt/mountpunkt_name
oder
sudo mkdir /mountpunkt_name
3 Konfigurationsdatei /etc/fstab
3.1 Aufbau
In der Datei /etc/fstab werden die Einstellungen für die fest ins System integrierten Laufwerke eingetragen. Dies gilt für die internen Festplatten, wie auch für externe Medien, die nicht automatisch gemountet werden sollen.
Die Einträge in der fstab besitzen folgenden Aufbau:
<file system> <mount point> <type> <options> <dump> <pass> /dev/hda1 / ext3 defaults 0 1
- file system
- Angabe des realen Laufwerks
- mount point
- Einhängpunkt
- Verzeichnis, über das das Laufwerk im System angesprochen wird
- type
- Format des Filesystems
- ext3, vfat, ntfs, ntfs-3g etc
- options
- Einstellungen, mit denen das Laufwerk eingehangen werden soll
- defaults: Standardeinstellungen
- exec: die auf dem Laufwerk befindlichen Dateien dürfen ausgeführt werden
- noexec: die auf dem Laufwerk befindlichen Dateien dürfen nicht ausgeführt werden
- auto: Laufwerk wird automatisch beim Systemstart eingebunden
- noauto: Laufwerk wird nicht automatisch beim Systemstart eingebunden
- user: Laufwerk darf von jedem Benutzer gemountet und umountet werden, aber nur der Benutzer, der das Laufwerk eingehangen hat, darf es auch wieder aushängen
- users: Laufwerk darf von jedem Benutzer gemountet und umountet werden, dabei ist beim Aushängen egal, wer das Laufwerk eingehangen hat.
- ro: readonly, Dateien dürfen nur gelesen werden
- rw: read & write, Dateien dürfen gelesen und geschrieben werden
- sync: Daten werden sofort geschrieben und nicht erst im RAM gesammelt. Vermindert das Risiko eines Datenverlustes, kann aber auch je nach Datenträger zu Geschwindigkeitseinbußen führen.
- iocharset=iso8859-15: bestimmte Zeichenkodierung für ein Laufwerk festlegen
Die Mountoptionen müssen nacheinander, ohne Leerzeichen und durch Komma getrennt eingetragen werden.
3.2 Editieren
Die fstab kann nur mit Root-Rechten geändert werden (im Texteditor öffnen):
sudo vi /etc/fstab
- Bevor die Einträge für bereits gemountete Laufwerke geändert werden, sollten diese ausgehangen werden
umount mountpunkt
4 Mountmethoden
4.1 HAL-Daemon
Externe und DVD-/CD-Laufwerke werden automatisch vom HAL-Dienst ins System eingebunden, sofern dies nicht anders eingestellt wird. Die so eingehangenen Laufwerke haben ihren Mountpunkt im Verzeichnis:
- /media/diskxxx
Die Symbole für diese Laufwerke sollten automisch auf dem Desktop erscheinen. Sind die Laufwerke beim Bootvorgang schon angeschlossen bzw. die CD schon eingelegt, funktioniert das jedoch nicht immer. Im Dateiexplorer findet man die Laufwerke unter:
- /media
oder
- system:/media/
- computer:///
4.2 Mounten per UUID
4.2.1 Vorteile
Ubuntu bietet die Möglichkeit Laufwerke mittels Universally Unique Identifier (UUID) ins System einzubinden. Jede Partition bzw. jedes Laufwerk hat dabei seine eigene. Mit deren Hilfe ist eine eindeutige Zuordnung des Laufwerkes im System möglich.
Den größten Vorteil bietet das Verwenden von UUIDs beim Einsatz mehrerer externer Speichermedien, die öfter entfernt und angeschlossen werden, z.B. MP3-Player oder änliches. Diese können so immer direkt angesprochen werden.
4.2.2 Vorgehen
Sollte das betreffende Laufwerk bereits gemountet sein, muss es vorher umountet werden.
- Mountpoint für das Laufwerk erstellen
mkdir /mnt/stick
- UUID des Laufwerkes feststellen
Die UUID bleibt so lange erhalten, bis die Partition neu formatiert wird.
ls -al /dev/disk/by-uuid/
... lrwxrwxrwx 1 root root 10 2008-01-02 17:47 eed486ec-b7e6-4cae-a6a4-07f8b8b6c030 -> ../../sda1 ...
Dieser Befehl zeigt sämtliche vorhandenen Laufwerke und ihre UUID an. Bei einem USB-Laufwerk muss dieses vorher angeschlossen werden.
- fstab editieren
sudo vi /etc/fstab
... # Entry for /dev/sda1: UUID=eed486ec-b7e6-4cae-a6a4-07f8b8b6c030 /mnt/stick vfat defaults,users,noauto 0 0 ...
Danach wird der besagte Stick mit dem Befehl:
mount /mnt/stick
gemountet.
4.3 Mounten auf anderen Wegen
Auch das Mounten von Partitionen per Label, Device etc. läuft analog zum Mounten per UUID ab.
5 Mounten von Image-Dateien
Images, wie z.B. ISO-Dateien, können gemountet und genutzt werden, ohne dass sie gebrannt werden müssen.
Zunächst muss dafür, falls noch nicht vorhanden, ein Mountpunkt erstellt werden:
sudo mkdir /iso
Dann muss das Image auf diesen Punkt gemountet werden:
sudo mount -o loop,ro image.iso /iso
Die Option ro mountet das Image nur lesbar (read-only). Soll auch ein schreibender Zugriff möglich sein, muss sie mit der Option rw (read-write) ersetzt werden.
6 Beispiele
Die UUID´s und die Mountpunkte müssen natürlich angepasst werden.
- Windows NTFS
UUID=F01475DD1475A76E /windows/ntfs-3g defaults,locale=de_DE.UTF-8 0 0
- automatisches Einbinden der Partition bei Systemstart
- Lesen und Schreiben durch den normalen Benutzer
- bei installiertem Paket ntfs-3g
- etx3 Datenfestplatte
UUID=b4943042-19a7-4166-8bc3-bffc994ed01a /daten ext3 users,auto,defaults,exec,user_xattr 0 2
- kann von allen Benutzern verwendet werden
- Programme können ausgeführt werden
- Root-Partition
UUID=39d5876c-33a7-44f5-9353-25e4b95334b1 / ext3 defaults,errors=remount-ro,user_xattr 0 1
- home-Partition
UUID=5f483743-b85d-4302-a812-31f2a6bf3f91 /home ext3 defaults,user_xattr 0 2
- USB-Stick
UUID=eed486ec-b7e6-4cae-a6a4-07f8b8b6c030 /mnt/stick auto defaults,users,noauto 0 0
- bei Schwierigkeiten kann das Dateisystem von auto auf vfat (bei fat-Systemen) gestellt werden, da dieses meist auf USB-Sticks eingesetzt wird.