Logo

LibreOffice unter Kubuntu

Für Ubuntu bzw. Kubuntu existieren ver­schiedene Möglichkeiten, Libre­Of­fice zu installieren.

Die Standard-Version

Bei einer Ubuntu-Standard-Installation wird seit Aus­gabe 11.04 Libre­Of­fice instal­liert. Das ist prinzip­iell wohl die am besten an Ubuntu angepasste Ver­sion von Libre­Of­fice, die zur Zeit der Zusam­men­stel­lung einer Ubuntu-Version vorhan­den war. Naturgemäß ist sie aber über die Laufzeit einer Ubuntu-Installation nicht die aktuell­ste. Ger­ade beim jew­eili­gen Release-Zyklus von sechs Monaten kann es da zu Überschnei­dun­gen kom­men. Dafür muss der Nutzer aber nichts wei.

Das LibreOffice-PPA

Für Libre­Of­fice wurde ein offizielles PPA angelegt. Damit kann man eine aktuellere Ver­sion von Libre­Of­fice instal­lieren. Dazu muss nur das PPA einge­bun­den und eine Aktu­al­isierung ges­tartet werden:

sudo add-apt-repository ppa:libreoffice/ppa
sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade

Befindet sich im PPA eine neuere LibreOffice-Version, wird sie eingespielt.

Diese Meth­ode lässt sich auch bei älteren Ubuntu-Versionen (Lucid Lynx, Mav­er­ick Meerkat) anwen­den, die noch OpenOffice.org ver­wen­den. Dann sollte allerd­ings OpenOffice.org vorher kom­plett ent­fernt werden:

sudo apt-get purge openoffice*
sudo apt-get autoremove --purge

Anschließend kann man noch die Benutzere­in­stel­lun­gen von OpenOffice.org für Libre­Of­fice verwenden:

cp -r ~/.openoffice.org ~/.libreoffice

Die Kon­fig­u­ra­tion ist abso­lut kom­pat­i­bel, so dass eigene Ein­stel­lun­gen weit­er­hin ver­wen­det wer­den können.

Allerd­ings ist bei den PPA-Paketen Vor­sicht geboten. Das PPA-Team selbst weist auf seinen Seiten darauf hin, dass die Pakete nicht aus­führlich getestet wur­den. Im Gegen­teil: das PPA soll dazu dienen, die LibreOffice-Pakete zu testen, bevor sie in die näch­ste Ubuntu-Version einfließen.

Die manuelle Installation

Vor einer manuellen Instal­la­tion von Libre­Of­fice soll­ten die bere­its instal­lierten Pakete ent­fernt wer­den. Dies geschieht ana­log zum oben beschriebe­nen Vorgehen:

sudo apt-get purge libreoffice*
sudo apt-get autoremove --purge

Danach müssen drei Pakete von der Libre­Of­fice Download-Seite geladen werden:

  1. ein Archiv mit den Instal­la­tions­dateien » LibO_VERSION_ARCH_install-deb_en-US.tar.gz
  2. ein Archiv mit dem deutschen Überset­zun­gen » LibO_VERSION_ARCH_langpack-deb.tar.gz
  3. ein Archiv mit den Hil­fe­dateien » LibO_VERSION_ARCH_helppack-deb_de.tar.gz

Dort wer­den zwei sta­bile Entwick­lungszweige ange­boten. Generell sollte man sich in Sachen Sta­bil­ität nach den Hin­weisen auf der Download-Seite richten. Die Doc­u­ment Foun­da­tion spricht diese für die jew­eili­gen Ver­sio­nen aus. Generell rät sie davon ab, Ver­sio­nen die auf .0 enden, pro­duk­tiv einzusetzen.

Bei den näch­sten Schrit­ten wird voraus­ge­setzt, dass man sich im sel­ben Verze­ich­nis wie die herun­terge­lade­nen Pakete befindet.

Die herun­terge­lade­nen Archive müssen im näch­sten Schritt ent­packt werden:

for i in LibO*.tar.gz; do tar xvfz $i; done

Durch das Ent­packen entste­hen drei neue Verze­ich­nisse. Diese bein­hal­ten die DEB-Pakete, welche der Reihe nach instal­liert wer­den müssen. Den Anfang dabei machen natür­lich die Kern-Installationsdateien (Verze­ich­nis: LibO_VERSION_ARCH_install-deb_en-US). In allen drei Verze­ich­nis­sen existiert ein Unter­verze­ich­nis namens DEBS. In dieses wech­selt man und instal­liert sämtliche Pakete mit:

sudo dpkg -i $(echo LibO*install*/)DEBS/*.deb
sudo dpkg -i $(echo LibO*install*/)DEBS/desktop-integration/*.deb
sudo dpkg -i $(echo LibO*langpack*/)DEBS/*.deb
sudo dpkg -i $(echo LibO*helppack*/)DEBS/*.deb

Im Verze­ich­nis mit den Instal­la­tions­dateien existiert zudem noch ein weit­eres Unter­verze­ich­nis namens desktop-integration. In diesem befindet sich ein Paket zur besseren Inte­gra­tion von Libre­Of­fice. Auch dieses sollte instal­liert werden.

Als KDE– respek­tive Kubuntu-Nutzer muss nun noch der fol­gende Befehl aus­ge­führt werden:

sudo mv /opt/libreoffice3.4/basis-link/ure-link/lib/libstdc++.so.6 \
/opt/libreoffice3.4/basis-link/ure-link/lib/libstdc++.so.6_orig_$(date +%F_%T)

Kommt schon eine Libre­Of­fice 3.5 zum Ein­satz, ändert sich die Pfadangabe wie folgt:

sudo mv /opt/libreoffice3.5/ure-link/lib/libstdc++.so.6 \
/opt/libreoffice3.5/ure-link/lib/libstdc++.so.6_orig_$(date +%F_%T)

Damit umschifft man einen Bug, der Libre­Of­fice sonst in einer eher unschö­nen, nicht an den Desk­top angepassten Ober­fläche erscheinen lässt.

Ent­fer­nen des manuell instal­lierten LibreOffice

Die Doc­u­ment Foun­da­tion schreibt in ihrer Anleitung, dass es reichen müsste, das Paket libreoffice3-ure zu ent­fer­nen. Ganz so leicht ist es aber lei­der nicht Wink. Das Paket wird mit­tler­weile mit der Ver­sion­snum­mer angegeben.Derzeit nennt es sich also libreoffice3.4-ure. Ist dann noch die 32-Bit-Version von Libre­Of­fice auf einem 64-Bit-Kubuntu instal­liert, muss auch noch diese Angabe hinzuge­fügt wer­den. Der Befehl lautet dann entsprechend:

sudo apt-get remove --purge <em>libreoffice<strong>3.4</strong>-ure</em> # bzw.:
sudo apt-get remove --purge <em>libreoffice<strong>3.4</strong>-ure</em>:i386

Anschließend kann ein:

sudo apt-get autoremove --purge

nicht schaden, um evtl. zusät­zlich instal­lierten Bal­last zu ent­fer­nen. Schließlich bleibt nur noch das LO-Installationsverzeichnis unter /opt zurück. Dieses kann dann mit dem fol­gen­dem Befehl ent­fernt werden:

sudo rm -rf /opt/libreoffice3.4

Fazit

Am ein­fach­sten lässt sich Libre­Of­fice wohl mit dem Standard-Paketen einer aktuellen Ubuntu-Installation nutzen. Libre­Of­fice ist Bestandteil der Standard-Installation und der Nutzer muss kaum noch selbst Hand anle­gen. Für die meis­ten Nutzer sollte dies auch abso­lut aus­re­ichend sein. Ein wirk­licher Mehrw­ert stellt sich durch die Instal­la­tion aktuellerer Ver­sio­nen kaum ein.

Ist man aber, etwa durch ein neues Fea­ture, auf eine aktuellere Ver­sion von Libre­Of­fice angewiesen oder will ein­fach nur am Test­prozess teil­nehmen, kann man dies ele­gant mit dem LibreOffice-PPA umset­zen. Hier ist dann aber zu beachten, dass diese Pakete keine aus­führlichen Tests hin­ter sich haben.

Diesen bei­den Ver­sion ist übrigens gemein, dass die Paket­bauer auf einige Funk­tio­nen verzichtet haben. So kann Libre­Of­fice z. B.  keine Texte im MediaWiki-Format speichern.

Ein natives und top-aktuelles Libre­Of­fice bekommt man nur, wenn man sich die entsprechen­den Dateien selbst von den Servern der Doc­u­ment Foun­da­tion lädt. Diese bietet dort zumeist zwei Entwick­lungszweige und je nach Entwick­lungs­stand auch Testver­sio­nen kom­mender Aus­gaben an.

Let­ztlich muss man aber selbst entschei­den, wie viel Mühe man in die Sache investieren möchte und ob sich die für den angestrebten Ver­wen­dungszweck auszahlt.

 

 

 

Geschrieben am 01.08.2011 von Sven in · 3 Kommentare

Diese Seite und ihr Inhalt unterliegen, sofern nicht anders gekennzeichnet, einer Creative Commons-Lizenz.
cclicense
top