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Vim in Version 7.3 veröffentlicht

Schlagwörter: Kubuntu, Vim

Wie man vielle­icht in der Ver­gan­gen­heit mit­bekom­men hat, bin ich beken­nen­der Vim-Fan. Vor ein paar Tagen wurde nach über zwei Jahren Entwick­lungszeit die Ver­sion 7.3 des polar­isieren­den Edi­tors veröf­fentlicht. Diese ist natür­lich noch nicht in den offiziellen Paketquellen vorhan­den. Auch ein PPA kon­nte ich noch nicht aus­findig machen. Das ist aber nicht schlimm -  erfordert nur ein wenig Han­dar­beit Wink.

Zunächst habe ich mir die aktuellen Sourcen von der Pro­jek­t­seite herun­terge­laden. Dort gibt es auch die Ver­sio­nen für ver­schiedene andere Betrieb­ssys­teme, unter anderem auch für Win­dows.

Vor der Instal­la­tion der neuen Ver­sion habe ich die bere­its instal­lierten Vim-akete ent­fernt. Alte und neue Ver­sion sollen sich ja nicht in die Quere kommen:

sudo apt-get purge vim-*
sudo apt-get autoremove --purge

Down­load

Der fol­gende Befehl lädt die gepack­ten Quell­dateien direkt ins eigene Home-Verzeichnis:

wget -P ~/ ftp://ftp.vim.org/pub/vim/unix/vim-7.3.tar.bz2

Diese muss im näch­sten Schritt ent­packt werden:

tar xvfj ~/vim-7.3.tar.bz2
cd ~/vim73

Instal­la­tion

Anschließend kön­nte ich direkt mit dem Kom­pilieren begin­nen. Allerd­ings setze ich auch gern GVim ein. Dazu muss ich Vim allerd­ings mit den entsprechen­den Optio­nen kon­fig­uri­eren. Lei­der bemän­gelt Vim fehlende Optio­nen für den GUI-Einsatz nicht. Auf dieser Seite wird eine Liste der notwendi­gen Pakete genannt. Ob die in Summe notwendig sind, kann ich nicht mit Sicher­heit sagen. Nach deren Instal­la­tion, ca. 100 MB Down­load­größe, funk­tion­iert zumin­d­est auch GVim. Bei der heuti­gen, ver­schwen­derischen, Fest­plat­ten­größe ist mir das aber auch ein­er­lei — Haupt­sache am Ende funk­tion­iert es. Dass das Pakte build-essential instal­liert ist, setze ich voraus.

Min­destab­hängigkeiten für CLI

sudo apt-get install build-essential libncurses5-dev

Abhängigkeiten für GUI

sudo apt-get install libncurses5-dev libgnome2-dev \
 libgtk2.0-dev libatk1.0-dev libbonoboui2-dev \
 libcairo2-dev libx11-dev libxpm-dev libxt-dev

Nach­fol­gend emp­fiehlt das Wiki, ein make dist­clean aufzu­rufen. Damit wer­den alle Dateien gelöscht, die ein con­fig­ure (welches u.U. im Vor­feld gelaufen ist) angelegt hat.
Im näch­sten Schritt folgt der nor­male Dreisatz des Kom­pilierens. Wichtig sind die angegebe­nen Optio­nen beim con­fig­ure–Aufruf:

./configure --with-features=huge --enable-gui=gnome2
make

An drit­ter Stelle würde nun sudo make install zum Instal­lieren des Pakets ste­hen. Diese ersetze ich aber durch

sudo checkinstall

Check­in­stall erzeugt mir ein DEB-Paket und instal­liert es auch direkt. Die Fra­gen von check­in­stall beant­worte ich ein­fach mit Enter — das ist für den Haus­ge­brauch abso­lut ausreichend.

Fein­tun­ing

Pro­gram­maufruf

Instal­liert man Vim mit Hilfe der Paketver­wal­tung, so legt diese automa­tisch einen sym­bol­is­chen Link von vim auf vi. So lässt sich der Edi­tor auch mit dem Befehl:

vi

starten und man muss nicht immer vim tip­pen. OK, das ist jetzt nicht sooo die Erspar­nis — aber nor­maler­weise sagt ja auch kein Men­sch Vim wenn er Vim meint, son­dern fast immer, his­torisch gewach­sen, Vi.
Nach­dem ich jahre­lang immer nur vi geschrieben habe, soll sich das natür­lich auch nicht ändern. Mann ist ja ein Gewohn­heit­stier Monkey 2 . Daher setze ich einen entsprechen­den sym­bol­is­chen Link:

sudo ln -s /usr/local/bin/vim /usr/bin/vi

Dabei ist wichtig zu wis­sen, dass die aus­führbare Datei des manuell instal­lierten Vim nicht in /usr/bin/(vi) liegt. Ohne den sym­bol­is­chen Link kön­nte eventuell vorhan­dene Verknüp­fun­gen nicht vernün­ftig funk­tion­ieren, wenn sie gegen den absoluten Pfad gelinkt sind.

Vor­sicht ist an dieser Stelle geboten, wenn noch die ältere Ver­sion von der Paketver­wal­tung instal­liert ist. Dann kann kein sym­bol­is­cher Link erstellt wer­den, da die Datei ja bere­its existiert.

Alter­na­tiv kann man auch einen Alias in der .bashrc des Users set­zen — oder oder oder…

Da ich vorher auch die Ein­stel­lung für den sensible_editor, beim Aufruf von crontab geschieht dies z.B., vorgenom­men habe, ersetze ich auch die damals getrof­fene Ver­linkung mit einer sym­bol­is­chen Verknüpfung:

sudo ln -s /usr/local/bin/vim /usr/bin/vim.basic

Per­ma­nentes Undo und Redo

Ein High­light der neuen Ver­sion, für mich, ist die Möglichkeit, auch nach dem Been­den von Vim Änderun­gen rück­gängig machen und wieder­her­stellen zu kön­nen. Dafür bedarf es aber noch zweier Arbeitss­chritte. Zum einen habe ich ein Verze­ich­nis angelegt, in dem die Änderun­gen gespe­ichert wer­den sollen:

mkdir ~/.vim/undo

Zum anderen muss das Fea­ture aktiviert und das eben angelegte Verze­ich­nis als Spe­icherort definiert wer­den. Das geschieht, oh Wun­der, in der vimrc.

vi ~/.vimrc

Dort müssen fol­gende Ein­träge hinzufügt werden:

" Undo-File setzen
set undofile
set undodir=/home/BENUTZER/.vim/undo

Danach kön­nen Änderun­gen an (Text-) Dateien auch nach dem Schließen des Edi­tors noch rück­gängig gemacht wer­den. Das ist bei Änderun­gen an Konfig-Dateien (vor allem bei einem Trial-and-Error–Part) super­prak­tisch.

Fazit

Ger­ade das Kom­pilieren von Vim mit Unter­stützung der GUI erfordert etwas mehr Engage­ment. Das per­sis­tente Un– und Redo ist dieses aber alle­mal wert. Ich möchte es jeden­falls nicht mehr mis­sen. Außer­dem ver­schlüs­selt Vim nun auch seine Swap-Datei. In manchen Umge­bun­gen kann dies von Vorteil sein.

Geschrieben am 22.08.2010 von Sven in Aktuelles, Linux, Vim · 5 Kommentare
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5 Komentare auf “Vim in Version 7.3 veröffentlicht”

  1. Joe sagt:

    Danke für den Artikel — hat mir sehr geholfen. Unter Ubuntu 8.04 gab es allerd­ings ein Prob­lem mit dem check­in­stall Befehl (file not found /usr/local/bin/vim).
    “make install” lief stattdessen sauber durch.

  2. MN sagt:

    Anstatt eines sym­bol­is­chen Links kön­ntest Du auch — wenn deine Dis­tri­b­u­tion dies unter­stützt — mit update-alternatives –install (siehe Link oben) arbeiten.
    Damit kann man die Links
    /usr/bin/vi , /etc/alternatives/vi
    kon­trol­lieren und einen eige­nen Link (auf /usr/local/bim) sys­temweit aktivieren.

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