Ein paar Tage nach dem Release von Ubuntu oder besser gesagt Kubuntu 10.04 Lucid Lynx habe ich nun drei Installationen hinter mir. Bisher bin ich im Großen und Ganzen auch ganz zufrieden, trotz einiger unerwarteter Schwierigkeiten.
Den Anfang machte ich ja notgedrungen mit meinem Netbook (Samsung NC10). Dank einer speziellen [[Paketquelle]] und offensichtlich sonst gut unterstützter Hardware verlief diese Installation trotz vollverschlüsseltem LVM am problemlosesten. Der Kleine rennt einfach. Einzig die WLAN-Leistung scheint etwas schlechter zu sein und ab und kommt es zu spontanen Verbindungsabbrüchen.
Auf meinem Arbeitsrechner folgte dann kurz vor dem Release die nächste Installation. Auch diesmal verlief alles zu meiner Zufriedenheit. Absolut überrascht war ich vom freien ATI-Treiber Radeon. Der unterstützt auf meiner ATI 46irgendwas im TwinView selbst Composite. Dadurch wird das Arbeiten durch die Effekte von Kwin nicht nur schöner, sondern auch an einigen Stellen angenehmer und besser. Einziges Manko hier ist, dass sich der Rechner absolut nicht die Einstellung merken will. Zunächst erkennt er den kleinen analog angeschlossen Monitor als primären und will dann auch nicht die korrekte Auflösung des großen speichern. An Stelle eines Big-Desktops startet er auch immer im Klon-Modus. Hier behelfe ich mich mit dem Tool KRandrTray. Das ist bei Kubuntu vorinstalliert. Mit dem kleinen Icon in der Kontrollleiste kann die Auflösung direkt eingestellt werden. Sowie ich die korrekte Auflösung für den großen TFT einstelle, wechselt die Anzeige auch direkt in den Big-Desktop-Modus.
Das bisschen Mehraufwand nach dem Rechnerstart ist es mir aber wert, wenn ich so Kwin inklusive dessen Composite-System nutzen kann. Mit dem [[proprietär|proprietären]] ATI-Treiber ist dies nicht möglich. Der unterstützt auch keine kernel-based mode-settings, welches für Plymouth wichtig ist, um schon beim Booten eine vernünftige Auflösung zu erhalten.
Als nächstes sollte dann das Upgrade meines PCs folgen. Mutig wie ich bin, wollte ich zunächst ein Upgrade ausprobieren. Dies sollte mit do-release-upgrade geschehen. Leider scheiterte das daran, dass auf meiner [[Wurzelverzeichnis|Root-Partition]] zu wenig Festplattenspeicher zur Verfügung stand. Das Tool verlangt da rigoros mindestens zwei GB — das war bei mir aber absolut nicht mehr drin. Dafür war die zehn GB große Partition einfach zu voll.
Also musste ich wohl oder übel komplett neu installieren (was eigentlich auch die von mir bevorzugte Methode ist). Dazu hab ich mir mit dem USB-Startupdisk-Creator einen bootbaren USB hergestellt. Die Installation verlief soweit problemfrei. Einzig bei der Installation von GRUB musste ich aufpassen. Aus irgendwelchen Gründen würfelt der Installer die Festplatten durcheinander. So wird aus sda plötzlich sdb und so weiter. Das muss man eben wissen und aufpassen oder per Alternate-CD den [[Alternate_Installation/Rettungswerkzeuge#Installiere_den_GRUB-Bootloader_neu
|GRUB neu installieren]].
Nach der Installation wurde es dann ganz schwarz und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Das System war absolut nicht dazu zu überreden, mir nach dem GRUB-Menü etwas anderes als einen schwarzen Monitor zu zeigen.
Über den Rettungsmodus habe ich dann erst einmal ssh installiert, damit ich von außen auf das System zugreifen kann. Anschließend habe ich mir über das Netbook den aktuellen ATI-Treiber heruntergeladen und installiert. Danach hatte ich auch nach dem GRUB wieder ein Bild auf dem Screen,
Wie gut, dass der Trend hier ja eindeutig zum Zweitrechner geht. Natürlich hätte ich den Treiber auch im Vorfeld herunterladen und auf einen USB-Stick speichern können. Aber dazu hätte ich erst von dieser Misere wissen müssen. (OK, die zweite Alternative wäre der Download via dem Zweit-OS Windows gewesen.)
Laut ATI unterstützt der FGLRX-Treiber vom April erstmals auch offiziell Lucid. Ich bin mir nicht sicher — vielleicht hätte es an dieser Stelle auch der FGLRX aus den Quellen getan. Diesen kann man auch via Recovery-Modus, “Net-Shell” und dort mit dem Tool jockey-text downloaden und installieren.
Das Einzige, das ich nun noch als störend empfinde, ist der Bootscreen Plymouth. Da dieser wie oben beschrieben KMS voraussetzt, diese aber vom proprietäten Grafikkarten-Treiber (ATI wie auch NVIDIA) nicht unterstützt wird, wird der in lediglich vier Farben und einer ziemlich geringen AUflösung (hässlich) dargestellt. Gut, dass der Bootvorgang hier so beschleunigt wurde, dass ich diesen Anblick nicht lange ertragen muss. Auf dem Netbook mit der INTEL-Grafikkarte und auf meinem Arbeitsrechner mit dem freien Treiber gibt es das Problem nicht. Auf meinem PC muss (bzw. will) ich aber den Treiber vom Hersteller nutzen. Nur mit diesem kann ich die Lüftergeschwindigkeit auf 20% herunterregeln, was den Lüfter unhörbar macht.
Nun zickt eigentlich nur noch Kontact bzw. Akonadi herum. Der meckert bei jedem ersten Programmstart nach dem Booten herum. Beende ich Kontact und starte es dann erneut, ist alles hübsch.
Positiv an dieser Stelle ist, dass sich der der Rechner nun meine Einstellungen merkt und ich (bzw. mein Script) hier nicht mehr mittels randr bei der Auflösung und der Hz-Rate nachhelfen muss.
Noch erfreulicher ist zusätzlich, dass mein SATA-Brenner von LG wieder brennt. Unter Karmic war dies auf Grund eines wodim–Bugs (*vermutlich*) nicht möglich.
Alles in allem bin ich doch recht zufrieden. Mal schauen was andere PCs und Server in der nahen Zukunft noch für bereithalten.
[…] — Workaround für TwinView Schlagwörter: TwinView, xrandr Nach der Installation von Lucid Lynx auf einem meiner Rechner, an welchem zwei unterschiedlich große Monitore digital und […]