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Kubuntu: Epson Perfection V300 Photo Scanner

Schlagwörter: Epson, OCR, Scanner, Treiber

Nach langer Zeit fasste ich let­zte Woche den Entschluss, mir wieder einen Flachbett-Scanner zuzule­gen. Die erste Vorauswahl fiel aus dem Bauch her­aus auf einen der neueren Canon Lide-Serie. Einen solchen besaß ich schon vor Jahren, als diese Bau­reihe ziem­lich neu war. Vor allem die Größe ist bei diesen Scan­nern bestechend — sind sie doch kaum größer als ein A4-Block. Zudem beziehen sie ihren Strom nur über USB. Damit sind sie ultra-portabel und ver­brauchen nicht viel Platz auf dem Schreibtisch. Außer­dem sind sie auch ziem­lich gün­stig. Alles in allem sind das eigentlich alles Gründe, die für einen Kauf sprechen. Den­noch habe und werde ich mir keines dieses Geräte kaufen. Dafür gibt es nur einen einzi­gen Grund:

Canon hat die Zeichen der Zeit (immer) noch nicht erkannt und bietet für seine Geräte kein­er­lei Unter­stützung für Linux an. Es sind weder offizielle Treiber ver­füg­bar, noch scheint die Unter­stützung der Linux-Community in irgen­deiner Form exis­tent zu sein. Anders kann ich mir nicht erk­lären, weshalb fast keines der halb­wegs aktuellen Geräte unter Linux laufen soll. Diese Ignoranz/Arroganz muss, will und kann ich nicht unter­stützen — auch wenn der Scan­ner sicher auch im Dual­boot– oder virtuellen Win­dows genutzt wer­den kön­nte. Doch wozu sollte ich mich diesem Mehraufwand aus­set­zen. Einer meiner Kol­le­gen zitiert in solchen Sit­u­a­tio­nen recht passend:

Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.

Recht hat er und ich ging direkt zu Epson. Laut Google erschien mir der Epson Per­fec­tion V300 ein aus­sicht­sre­icher Kan­di­dat zu sein. Epson sel­ber stellt einen Linux-Treiber via Avasys und das Wiki der ubun­tu­users die dazu passende Anleitung bereit. Dank Fern­ab­satzge­setz hält sich das Risiko auch in Gren­zen — so bestellte ich mir das Teil direkt bei Amazon.

Einen Tag später halte ich es dann auch schon in Hän­den. Zunächst ver­suche ich natür­lich, ob der Scan­ner nicht vielle­icht auch schon out-of-the-box funk­tion­iert. Zumin­d­est zeigt lsub an, dass er angeschlossen ist. Auch

sudo sane-find-scanner

meldet einen gefun­den Scan­ner. Lei­der sind XSane, Simple-Scan und Kon­sorten in diesem Punkt kon­trärer Mei­n­ung, Also instal­liere ich mir den Scanner-Treiber, inklu­sive inte­gri­ertem Scan-Programm. Das Ganze ist wun­der­bar in o.g. Wiki beschrieben — das Abtip­pen der Anleitung ers­pare ich mir also an dieser Stelle. Die Instal­la­tion der DEB-Pakete bricht allerd­ings auf Grund fehlen­der Abhängigkeiten ab. Ubuntu löst diese automa­tisch mit fol­gen­dem Befehl, direkt nach dem Abbruch eingegeben, auf:

sudo apt-get install -f

Nach der Instal­la­tion starte ich meinen Rech­ner neu und anschließend XSane. Nun findet das Sane-Frontend auch den Scan­ner und kann mit ihm umge­hen. Auch Simple-Scan, ein ein­faches Scan-Programm von Canon­i­cal, scannt auf Anweisung Texte bzw. Bilder ein. Etwas umfan­gre­icher ist da Skan­lite, das für den Ein­satz in KDE SC entwick­elt wurde. Ähnlich ist auch Iscan — das mit­gelieferte Tool aus dem Treiber­paket. Das inte­gri­ert sich auch sehr schön in GIMP.

Für das Ein­scan­nen von Tex­ten etc –alles was mal PDF wer­den soll– nutze ich aber schon seit ger­aumer Zeit gscan2pdf. In der Ver­sion von Lucid instal­liert sich so:

 sudo apt-get install gscan2pdf libtiff-opengl xfig

auch tesseract-ocr. Die wird auch von Google für ihre Buch­suche genutzt (als Grund­lage). Im Test schlägt sich das Ges­pann ganz gut. Die Wörter des Doku­ments (Scan­nerrech­nung Wink ) wer­den alle erkannt — sie kön­nen aber nur als TXT, nicht aber als durch­such­bares PDF gespe­ichert wer­den. Let­zteres ver­spricht übrigens die beigelegte Windows-Software, die ich aber nicht nicht getestet habe. Allerd­ings funk­tion­iert der Scan­ner auch ganz wun­der­bar im VirtualBox-Windows-Gast.

Alles in allem zeigt Epson an diesem Beispiel, wie man es richtig macht. Neben der mit­geliefer­ten Windows-Software wird über Avasys ein freier Treiber und ein Scan­pro­gramm ange­boten. Einziger Wer­mut­stropfen ist aus meiner Sicht ist der Umstand, dass unter Linux noch nicht alle Funk­tio­nen der Windows-Software erre­icht wer­den können.

Geschrieben am 23.05.2010 von Sven in Linux · Kommentare deaktiviert
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