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Chromium

Schlagwörter: Browser, Chromium, Firefox

Durch die Instal­la­tion von Lubuntu wurde ich auf Chromium aufmerk­sam. Der ist in der Ubuntu-Distribution für schwach­brüstige Rech­ner näm­lich als Standard-Browser definiert.

Chromium ist der OpenSource-Quelltext der Googles Chrome zu Grunde liegt. Der wurde von den Dis­trib­u­toren für Ubuntu übersetzt und steht in den Universe-Paketquellen zur Verfügung.

Schon der Test in Lubun­tus virtuellen Mas­chine zeigten, dass Chromium schnell, wirk­lich schnell ist. Also entschloss ich mich, ihm eine Chance zu geben.

Der erste Start

Beim ersten Start fragt Chromium fre­undlich nach, ob er Daten von Fire­fox importieren soll. Naturgemäß funk­tion­iert das von Leseze­ichen bis Pass­wörtern recht gut. Let­ztere wer­den nur importiert, wenn sie im Fire­fox nicht durch ein Mas­ter­pass­wort geschützt werden.

Nach dem Import präsen­tiert Chromium seine eigene Inter­pre­ta­tion einer Start­seite. Dazu zeigt er im oberen Fen­ster­bere­ich die Leseze­ichen­leiste an. Darunter befinden sich einige der am meis­ten besuchten Web­seiten, verklein­ert als Thumb­nail, Ich finde, dass das eigentlich das Killer­fea­ture von Chromium ist. (Ein entsprechen­des AddOn für Fire­fox kon­nte ich lei­der nicht finden — zumin­d­est keines, das Chromium in diesem Punkt das Wasser reichen könnte.)

Licht…

Wie ein­gangs erwähnt, macht das Browsen mit Chromium ein­fach Spaß. Look & Feel sind angenehm frisch. Der Auf­bau (ohne Leseze­ichen­ze­ichen­leiste) ringt Fire­fox selbst mit Vimperator-Erweiterung einige Pixel mehr an freiem Anzeige­platz am. Auf dem Net­book fällt mir eben­falls auf, dass er schneller und ressourcenscho­nen­der läuft.

Aber auch Chromium kommt nicht kom­plett daher. Allerd­ings gibt es eine Vielzahl von Erweiterun­gen. Dabei möchte ich pos­i­tiv erwäh­nen, dass deren Instal­la­tion keinen Neustart des Browsers benötigt. Bei Fire­fox ist dies anders. Der will aber in kom­menden Ver­sio­nen auch ohne einen Neustart bei der AddOn-Installation auskom­men. Dann soll auch unter Fire­fox jeder Tab seinen eige­nen Prozess bekom­men, so kann ein abstürzen­des Flash-Plugin nicht mehr den kom­plet­ten Browser mit sich reißen. Auch dieses Fea­ture ist schon in Chromium implementiert.

und Schat­ten

Nach der ersten Euphorie und dem stun­den­lan­gen Abgrasen der Chromium–AddOn-Seiten, fallen mir dann doch immer mehr Kleinigkeiten auf, die sich mit der Zeit häufen und in vie­len Punk­ten echte No-Gos darstellen. Da macht sich das riesige Ange­bot von Fire­fox AddOns pos­i­tiv und dessen län­gere Exis­tenz bemerk­bar und auch einige Design­schwächen von Chromium fallen ins Gewicht.

So funk­tion­ieren viele Chromium-AddOns auf diversen Google/Chromium-Seiten ein­fach nicht — kein Bug, son­dern eine Entschei­dung. An solchen Restrik­tio­nen kranken viele AddOns — von Wer­be­block­ern (na klar — Google gräbt sich ja nicht die eige­nen Ads ab) bis hin zu Vim­per­a­tors Möchtegern-Pendant Vim­ium (oder dessen Geschwistern).

Wer­beein­träge wer­den, wenn überhaupt erkannt, nicht geblockt, son­dern per CSS unsicht­bar gemacht. Toll — Wer­bung sehe ich dann zwar nicht mehr, weiß aber auch nicht, was für mich unsicht­bar im Hin­ter­grund geschieht. An dieser Stelle würde dann vielle­icht ein Script-Blocker greifen, wenn ich denn einen finden kön­nte. An dieser Stelle funk­tion­iert Chromium ganz dig­i­tak — entweder ich erlaube alle JS-Zugriffe oder ich ver­bi­ete sie global. Bei let­zteren kann ich zwar eine Whitelist führen, die aber keinen Ersatz zu Firefox-AddOns wie NoScript darstellen. An dieser Stelle wirds dann auch ganz schön eng für Chromium, dessen Schnel­ligkeit die übrigen Män­gel fehlen­den Funk­tio­nen nicht mehr wettmachen können:

  • kein Wer­be­blocker, besten­falls ein Werbetarner
  • kein Script­Blocker
  • kein Leseze­ichen­syn­chro­nisierer, der Daten auf meinen eige­nen Server ablegt
  • kein Vim­per­a­tor Wink
  • kein Mas­ter­pass­wort zum Schutz gespe­icherter Passwörter
  • kein Down­load­man­ager alá Down­The­mAll — abge­broch­ene Down­loads kön­nen nicht ein­mal fort­ge­setzt werden
  • kein Aufruf eines exter­nen Edi­tors zum Ansehen/Bearbeiten des Quellcodes
  • keine Anzeige von Grafikinformationen

Dazu kommt noch, dass Erweiterun­gen wie Fire­bug noch im Beta-Stadium (wenn überhaupt) auf den Funk­tion­sre­ich­tum ihrer Firefox-Versionen warten. Zugegeben­er­maßen sind Chromi­ums eigene Entwick­ler­w­erkzeuge in diesem Punkt fast ebenbürtig.

Erschw­erend kommt noch hinzu, dass Chromium für Win­dows nicht ver­füg­bar ist, wenn man nicht ger­ade sel­ber kom­pilieren will. Da muss man dann entweder auf Chrome selbst oder auf Iron zurückgreifen.

Fazit

Da fast jedes ger­ade aufgezählten Ele­mente ein Fea­ture ist, auf das ich nicht verzichten will/kann, ist Chromium für mich noch keine ern­sthafte Alter­na­tive zu Mozil­las Fire­fox. Ich werde ihn besten­falls auf dem Net­book zum Browsen für Zwis­chen­durch nutzen.

Zukün­ftig bleibt abzuwarten, wer das Ren­nen machen wird. Google mit seinen Plä­nen, Chromium auch für Firefox-AddOns kom­pat­i­bel oder eigene Erweiterun­gen konkurrenzfähig(er) zu machen. Oder wird es Mozilla gelin­gen, Fire­fox zu entschlacken und seine Engine schneller und leis­tungs­fähiger zu machen.

Geschrieben am 26.05.2010 von Sven in Prüfstand · 3 Kommentare
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3 Komentare auf “Chromium”

  1. Gast sagt:

    Es gibt Chromium für Win­dows. Guckst du hier:
    http://build.chromium.org/buildbot/snapshots/chromium-rel-xp/
    let­zter eitrag vor LATEST und dann mini-installer.exe

  2. voku sagt:

    Wer­be­blocker und viele weiter Plu­g­ins funk­tion­ieren bei mir ohne Probleme… Smile

    • Sven sagt:

      Schön — meine Tests ergaben, dass Wer­bung lediglich per CSS aus­ge­blendet wurde. Unsicht­bar machen ist ja nicht gle­ich blocken. Aber vll. hat sich da auch in der Zwis­chen­zeit etwas getan…


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