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Samsung NC10

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Seit eini­gen Mona­ten nenne ich ein Net­book mein Eigen, das Samsung NC10. Nun ist es lang­sam an der Zeit, ein (öffent­li­ches) Resü­mee zu zie­hen. Die Ent­schei­dung für genau die­ses Gerät fällte ich nach einem aus­gie­bi­gen Ver­gleich des (dama­li­gen) Markt­an­ge­bo­tes. Den fina­len Aus­schlag für den Samsung-Rechner gaben schließ­lich einige Punkte:

  • immense Akku­lauf­zeit
  • ent­spie­gel­tes Display
  • 160 GB Fest­platte
  • fast voll­wer­tige Tastatur

Lei­der gab es das Net­book nur mit vor­in­stal­lier­ten Win­dows XP. Dar­auf hätte ich zwar lachen­den Her­zens ver­zich­ten kön­nen - eine Wahl­mög­lich­keit gab es aller­dings nicht. Da vor­in­stal­liert und auch bezahlt, habe ich Win­dows auf dem Gerät gelas­sen. Direkt beim ers­ten Start habe ich aller­dings des­sen Par­ti­tion auf eine Min­des­größe redu­ziert. Den frei­ge­wor­de­nen Platz reser­vierte ich für Linux. Wit­zi­ger­weise musste ich bei der Windows-Grund- (bzw. Rest-) Instal­la­tion einen User anle­gen. Der wurde auch sofort Com­pu­ter­ad­mi­nis­tra­tor. Der eigent­li­che User Admi­nis­tra­tor ist per Default deak­ti­viert, wohl aus Sicher­heits­grün­den. Das ist, in mei­nen Augen, ziem­lich famos. Der Samsung ist zwar mein ers­ter Rech­ner mit einem vor­in­stal­lier­ten Win­dows, doch kann ich mir vor­stel­len, dass dies Gang und Gäbe ist. Kein Wun­der, dass sich die meis­ten Windows-Nutzer mit einem Admin-Account in den Wei­ten des Inter­nets und auf ihrem Rech­ner bewe­gen. Die­ses Ver­hal­ten wird ja gera­dezu durch die Vor­ga­ben impliziert.

Nach dem die Win­dows­in­stal­la­tion abge­schlos­sen und es soweit kon­fi­gu­riert war, dass ich es prin­zi­pi­ell nut­zen könnte, kam Linux an die Reihe. Am Anfang stand natür­lich die Qual der Wahl. Auch hier hatte ich mir eine kleine Must-Have- und Nice-to-Have-Liste aus­ge­dacht. Als Muss defi­nierte ich:

  • eine Voll­ver­schlüs­se­lung der Partitionen,
  • die wei­test­ge­hende Unter­stüt­zung der Hard­ware und Funktionstasten
  • die Unter­stüt­zung der netbook-typischen Eigen­hei­ten, wie das klei­nere Display

Ganz oben auf mei­ner Liste stand natür­lich Ubuntu, damals in der Ver­sion 8.04. Zunächst wollte ich die ubuntu-abgeleitete Netbook-Distribution Easy­Peasy (schon allein wegen des Namens Smile ) pro­bie­ren. Schon bei der Aus­wahl des Instal­la­ti­ons­me­dium (Desktop- oder Alter­nate-CD) wurde ich leicht ent­täuscht. Easy­Peasy ist allein als Desktop-Installations-CD zu bekom­men. Da aber nur die Alternate-CD die Ver­schlüs­se­lung der Par­ti­tio­nen zur Instal­la­ti­ons­zeit beherrscht, bedeu­tete dies, dass ich die Ver­schlüs­su­lung erst nach der Instal­la­tion rela­tiv müh­se­lig hätte vor­neh­men kön­nen. Aus die­sem Grund schied Easy­Peasy schon zu Beginn aus. Die Neu­gier siegte aller­dings und ich habe zumin­dest eine Instal­la­tion vor­ge­nom­men, ein­fach um mal zu sehen, wie es denn so ist. So rich­tig begeis­tern konnte mich der Remix aller­dings nicht. Er bot kei­ner­lei wei­ter­ge­hende Unter­stüt­zung, etwa der Funk­ti­ons­tas­ten oder des W-LAN_Chips. Auch der Applikations-Launcher, der ja vie­ler Orts so gerühmt wurde und wird, hat mich nicht wirk­lich vom Hocker geris­sen. Trotz­dem nutze ich einige der Kom­po­nen­ten, dazu aber spä­ter mehr.

Ein neues Test­ob­jekt musste her. Da Xubuntu ja als beson­ders res­sour­cen­scho­nend gilt, ver­suchte ich damit mein Glück. Es war flux per Alternate-CD instal­liert. Dafür rich­tete ich ein voll­ver­schlüs­sel­tes LVM ein, was auch auf Anhieb gut funk­tio­nierte. Aller­ding war die Sondertasten-Erkennung alles andere als gut, ver­schie­dene Funk­netze konnte ich nicht ein­fach aus­wäh­len und vor allem konnte ich mir den Bild­schirm­platz nicht ver­nünf­tig ein­tei­len. Kurzum - auch Xubuntu flog wie­der von der Platte.

Kubuntu schaffte es aus fol­gen­den Grün­den nicht auf die Favouriten-Liste. Mein Lieb­lings­brow­ser ist Fire­fox. Der aber ver­langt nach GTK-Bibliotheken, die er nicht nur instal­liert haben will, son­dern auch im Arbeits­spei­cher vor­hält. Damit wäre der Res­sour­cen­ver­brauch gegen­über einer Ubuntu-Installation ungleich höher. Die­sen “Luxus” leiste ich mir auf mei­nem Desktop-Rechner, für das Net­book ist es aber ein unnö­ti­ger Over­kill. Wei­ter­hin befand sich KDE4 zum Anschaf­fungs­zeit­punkt des Samsungs noch lange nicht in der not­wen­di­gen Reife. Um noch kurz vor­aus­zu­grei­fen - ich unter­nahm einen Ver­such, Kubuntu 9.04 zu instal­lie­ren, als die­ses ver­öf­fent­licht wurde. Lei­der ver­sag­ten bei die­sem sämt­li­che Son­der­tas­ten den Dienst.

Da Kubuntu keine Option war, fügte ich das damals frisch erschie­nene Debian Lenny dem Rei­gen der Test­kan­di­da­ten hinzu. Die Instal­la­tion voll­zog sich ungleich schwe­rer, da einige Anläufe einen USB-Stick als Boot­me­dium zu fer­ti­gen, fehl schlu­gen. Die Voll­ver­schlüs­se­lung zur Boots­zeit mit dm-crypt war eben­falls nicht ohne wei­te­res mög­lich. Zu guter Letzt habe ich mich auf mei­nen pri­va­ten Rech­nern (Debian kommt in der Arbeit zum Ein­satz) doch auf ein gutes Maß moder­nen Designs und Anwen­dun­gen ein­ge­schos­sen - Debian kann dies natur­ge­mäß lei­der nicht bieten.

Schließ­lich habe ich mich für Ubuntu in sei­ner urei­gens­ten Ver­sion ent­schie­den. Intre­pid war schnell instal­liert. Pro­bleme mit den Funk­ti­ons­tas­ten konnte ich mit­tels der aller­orts im Netz beschrie­be­nen Work­a­rounds besei­ti­gen. Ich nahm ledig­lich einige Anpas­sun­gen vor. So habe ich aus dem Ubuntu-Netbook-Remix-Paket den Fens­ter­ma­na­ger Maxi­mus instal­liert und on den Auto­start gesteckt, Die­ser maxi­miert (fast) jedes Fens­ter - ein Fea­ture, das auf dem Net­book unab­ding­bar ist. Aller­dings bleibt es nicht beim rei­nen Maxi­mie­ren. Die obere Titel­leiste ver­schmilzt sozu­sa­gen mit dem obe­ren Panel. Das bringt wie­der einige wert­volle Mil­li­me­ter. Im nächs­ten Schritt habe ich die Standard-Ubuntu-Menüleiste mit ihren drei Menü­punk­ten durch das GNOME-Hauptmenü ersetzt. Letz­te­res hat nur ein Icon, mit dem man das Menü aus­klap­pen kann. Dadurch gewann ich Platz im obe­ren Panel. Der ist bit­ter nötig, da ich das untere Panel ent­fernt habe, um aber­mals einige Mil­li­me­ter mehr zur Ver­fü­gung zu haben. Die wich­tigs­ten Panel-Programme habe ich ins obere Panel gesetzt. Auf diese Weise kann ich mit dem Net­book fast wie mit einem voll­wer­ti­gen Rech­ner arbei­ten. Ledig­lich einige Fens­ter müs­sen per Druck auf ALT und Linke Maus­taste ver­scho­ben wer­den. Nach­dem Ubuntu Jaunty Jackal­ope ver­öf­fent­lich wurde, wurde ich für meine Ent­schei­dung zu Guns­ten des GNOME-Desktops belohnt. Seit der neuen Ubuntu-Version kann ich fast alle Son­der­tas­ten nut­zen, ein­zige Aus­nahme ist die WLAN-Taste.

Desktop Firefox

Der Akku hält ca. vier bis fünf Stun­den. Die­ser Wert liegt zwar unter den für Win­dows pro­pa­gier­ten sechs - aber das ist es mir Wert Evil . Soweit meine kleine Zusam­men­fas­sung zum Samsung NC10-Netbook. Ich bin mit ihm und der Unter­stüt­zung durch Ubuntu voll­auf zufrie­den. Bei den gan­zen Ankün­di­gun­gen hin­sicht­lich der Zusam­men­ar­beit von Ubuntu und Mob­lin, den KDE-Anpassungen an die Netbook-Oberfläche und den all­ge­mei­nen Fort­schrit­ten, die Linux macht, ist für die Zukunft Span­nen­des zu erwar­ten - in zehn Sekun­den boo­tende Rech­ner, deren Akku wohl bald an die Betriebs­dauer von Win­dows XP herankommt.

Ich freu mich darauf.

Geschrieben am 11.06.2009 von Sven in Aktuelles, Linux · 2 Kommentare
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2 Komentare auf “Samsung NC10”

  1. Kai sagt:

    Ubuntu oder Kubuntu auf dem NC 10 sind viel genüg­sa­mere, aber nicht min­der schöne und funk­tio­nelle Betriebs­sys­teme. Auf mei­nem NC 10 läuft Kubuntu Kar­mic 9.10 und ich bin super zufrieden Grin


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