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Programmtipp: OxygenOffice Professional

Schlagwörter: Office, OpenOffice

Vor kurzem bin ich im Netz, mal wieder, auf das OpenOffice.org (kurz: OOO)-Derivat OxygenOf­fice Pro­fes­sional gestoßen. Nach dem ich früher schon mal darüber stolperte, sah ich jetzt die Zeit gekom­men, mir das Pro­dukt etwas näher anzusehen.

Bis­lang gab es noch keine Notwendigkeit für mich, ein anderes OpenOf­fice zu nutzen, als es bei [[Ubuntu]] mit­geliefert wird. Dies änderte sich allerd­ings vor kurzer Zeit.

Die ubuntu’sche Dis­tri­b­u­tion­spoli­tik ver­hin­dert, dass das neue Major-Release mit der Ver­sion 3 in die offiziellen [[Paketquellen]] ein­fließt. Das ist auch nicht son­der­lich schlimm, hatte anfangs sogar seine Vorteile. Zum einen lief das offizielle Release mit der Aus­liefer­ung noch nicht wirk­lich zufrieden­stel­lend. Zum anderen war es über [[Fremdquellen]] möglich, das Pro­gramm zumin­d­est unter Intre­pid Ibex zu instal­lieren. Das ist allerd­ings weder für Nutzer der [[LTS]]-Version von Hardy Heron, noch für Geg­ner von Fremdquellen zufrieden­stel­lend.
Dazu muss ich aber noch erwäh­nen, dass ich dur­chaus ein Befür­worter der Poli­tik bin, Ver­sion­ssprünge von Pro­gram­men nicht in laufende Distributionen-Releases ein­fließen zu lassen. In Hin­blick auf die Anfangss­chwierigkeiten und die Anpas­sun­sgs­maß­nah­men an Ubuntu ist eine verzögerte Aus­liefer­ung der neuen Soft­ware­ver­sio­nen in meinen Augen nicht nur ver­ständlich, son­dern sogar unumgänglich. Hinzu kommt der Aspekt, dass Ubuntu alle sechs Monate eine neue Ver­sion auf den Markt wirft.

Trotz all der hier ange­führten Gründe, ist es doch manch­mal wün­schenswert bis unumgänglich, eine andere Ver­sion eines Pro­gramms, als die aus­gelieferte, zu installieren.

Dazu muss man auch wis­sen, dass Ubuntu nicht das OpenOf­fice aus­liefert, das auf der Pro­jek­t­seite zu haben ist. Vor einiger Zeit spal­tete sich eine Ver­sion vom Haup­tre­lease ab. Deren Entwick­ler set­zen sich das Ziel, OpenOf­fice besser, schneller und freier (größere Abspal­tung zu SUN) machen. Die von ihnen entwick­elte Ver­sion nennt sich Go-oo. Das ist zum eigentlichen Office voll kom­pat­i­bel. Meist bemerkt man gar nicht, dass man es benutzt. So wird Go-oo in Ubuntu einge­setzt und nicht die orig­i­nale Version.

An diesem Punkt schließt sich der Kreis zu OxygenOf­fice Pro­fes­sional. Dieses baut sein­er­seits auf Go-oo-Office auf. Es setzt sich die Prämisse, den Umgang mit der freien Büro­suite noch ein­facher, ein­steiger– und anwen­der­fre­undlicher zu gestalten.

Allen drei Ver­sio­nen ist gemein, dass sie plat­tform– und dis­tri­b­u­tion­süber­greifend ver­füg­bar, zueinan­der kom­pat­i­bel und natür­lich [[Open Source]] sind. So lassen sich alle drei Ver­sio­nen auch unter Ubuntu instal­lieren. Einzige Aus­nahme ist, dass bei der Instal­la­tion der Original-Version, deren [[dpkg|DEB]]-Pakete direkt auf der OOO–Pro­jek­t­seite zum Down­load ange­boten wer­den, drin­gend dazu ger­aten wird, das vorhan­dene Ubuntu-OOO zu entfernen.

OxygenOf­fice umgeht etwaige Prob­leme, indem es sich direkt nach /opt instal­liert. Auf diese Weise stört es die Kreise des vorhan­de­nen OpenOf­fice nicht.  Beide kön­nen also prob­lem­los nebeneinan­der auf einem (Ubuntu-) Sys­tem instal­liert sein und genutzt wer­den.
Einzig am mod­i­fizierten Splash erkennt man (auf den ersten Blick), dass man ger­ade OxygenOf­fice startet.

Doch, wozu sollte man sich die Mühe machen?

In OxygenOf­fice inte­gri­eren dessen Entwick­ler eine Vielzahl von zusät­zlichen Fea­tures. Das erstreckt sich von der riesi­gen Menge an Cli­parts,  Schrif­tarten, über ver­schieden­ste Vor­la­gen, bis hin zu vie­len prak­tis­chen Erweiterun­gen, die man sonst manuell nachin­stal­lieren müsste. Weit­er­hin bringt es eine eigene Lokalisierung mit. So ist man nicht auf die entsprechen­den Pakete der Dis­tri­b­u­tion angewiesen.

Der Grund, warum ich es ein­setze ist, dass bei OxygenOf­fice die inte­gri­erte MediaWiki-Exportfunktion tadel­los arbeitet, ganz im Gegen­satz zum mit­geliefer­ten Office von Ubuntu. Damit ist nicht der SUN Wiki-Publisher gemeint, der auf keinem der von mir getesteten Ver­sio­nen funk­tion­ieren möchte. Mit dem Export lassen sich Texte nor­mal im Writer ver­fassen, nebst Gliederung, Tabellen und Aufzäh­lun­gen. Am Ende lassen die sich in eine Text­datei exportieren, die sämtliche Ausze­ich­nun­gen von Medi­aWiki enthal­ten. Das ist ein Vor­gang, der repro­duzier­bar unter Ubuntu fehlschlägt, mir aber das Leben als Wiki-Schreiberling unge­mein erle­ichtert, da ich Tabellen etc. nicht mehr müh­sam per Hand anle­gen muss. Auch das unkom­fort­able Schreiben von Artikeln im Browser ent­fällt so. OOO lässt sich damit als WYSIWYG-Wiki-Editor benutzen.

Für die Instal­la­tion von OxygenOf­fice lade ich mir die DEB-Pakete direkt von der Pro­jek­t­seite. Dort wer­den neben den Paketen für Ubuntu/Debian auch RPMs und Windows-Installationsroutinen angeboten.

Das so herun­terge­ladene Paket (unter DEB-Pakete einen Server auswählen) ist ein gepack­tes Archiv, welches eine Vielzahl von DEB-Paketen enthält. Zunächst muss dieses Paket ent­packt werden.

Im so ent­stande­nen Verze­ich­nis de/ befinden sich neben den Basis­paketen auch die Lokalisierun­gen für Deutsch­land, sowie die Erweiterungen.

Ich habe im Vor­feld der Instal­la­tion das KDE-Integrationspaket ent­fernt, da ich es auf dem GNOME-Desktop sicher­lich nicht benöti­gen werden.

Anschließend lasse ich die vorhan­de­nen Pakete in einem Rutsch instal­lieren. Auf diese Weise wer­den alle DEB-Pakete aus dem Verze­ich­nis instal­liert. Abhängigkeiten und Rei­hen­folge der Pakete untere­inan­der wer­den automa­tisch bes­timmt. Ist die Instal­la­tion been­det, müssen die Pro­gramme noch in das Sys­tem inte­gri­ert wer­den. So kön­nen sie wie gewohnt über das Menü ges­tartet wer­den und müssen nicht aus dem /opt–Verze­ich­nis her­aus aufgerufen wer­den. Anschließend sind die Icons/Starter im Menü unter Büro ver­linkt und die aus­führbaren Dateien befinden sich im Pfad.

Ablauf

:!: Ver­sion­snum­mern wer­den sich mit der Zeit ändern :!:

Herun­ter­laden:

wget http://mesh.dl.sourceforge.net/sourceforge/ooop/OOo_3.0.1_090128_LinuxIntel_install_de_deb.tar.gz

Ent­packen:

tar xfvz OOo_3.0.1_090128_LinuxIntel_install_de_deb.tar.gz

Instal­lieren:

sudo dpkg –i de/DEBS/*.deb && sudo dpkg –i de/DEBS/desktop-integration/openoffice.org3.0-debian-menus_3.0-9379_all.deb

Fazit:

Sub­jek­tiv gese­hen starten die Office-Programme nun schneller, selbst wenn der Schnell­starter deak­tiviert ist.

Dazu noch eine Anmerkung:
Wenn beide Office-Versionen instal­liert sind und der Schnell­starter aktiviert ist, so startet er immer die Ver­sion, zu der er gehört. Das bedeutet, wenn OxygenOf­fice startet und dabei eben­falls der Schnell­starter aktiviert ist, dann wer­den immer die Pro­grammteile von OxygenOf­fice ges­tartet. Will  man dann das ursprüngliche Office starten, so muss vorher auch der Schnell­starter been­det werden.

OxygenOf­fice beseit­igt nicht nur die Fehler, die Ubun­tus OpenOf­fice mit sich bringt, son­dern bein­hal­tet auch viele Erweiterun­gen und schließt die Lücke, die sich bei Ver­sion­ssprün­gen bildet. Da es auch für Open­SUSE und Win­dows ver­füg­bar ist, kann ich es auf allen Rech­n­ern, mit denen ich arbeiten muss, nutzen und uneingeschränkt weiterempfehlen.

Geschrieben am 28.02.2009 von Sven in Linux, Programmtipp, Prüfstand, Windows · 2 Kommentare
Weder Pings noch Kommentare sind erlaubt.

2 Komentare auf “Programmtipp: OxygenOffice Professional”

  1. Buba sagt:

    Wollte nur mal Hallo sagen (“Hallo!”) und anmerken, dass dein let­zter Ein­trag quasi einen Monat her ist *tss*
    Du soll­test dich echt mal wieder hin­set­zen, und was zum Besten geben Smile

    Hab gehört, du woll­test auch mal Debian testen. Erzähl doch davon, das würd mich inter­essieren, grad Debian + aktuelle Programmversionen Grin

    Grüße!

Trackbacks/Pingbacks

  1. […] ist ein Export nicht möglich. Wer dieses Fea­ture allerd­ings nutzen möchte, dem rate ich zu Oxy­gen Office. Sun hat zudem auch eine Erweiterung für OOo her­aus­ge­bracht, mit der man Wiki-Artikel direkt […]


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