Da ich gezwungen bin, ab und an auch in der Windows-Welt zu arbeiten
, war es für mich unerlässlich, mir dort einige brauchbare Pendants zu Linuxwerkzeugen zu finden, mit denen ich einigermaßen arbeiten kann. Natürlich existieren grade auch im Open Source-Bereich einige Programme, die plattformübergreifend vorhanden sind. Dazu zähle ich meist bekannten Tools wie:
Mit KDE4 erobern auch langsam die KDE-Programme den Windowsdesktop. So sind plattformunabhängige und -übergreifende Programme in vielen Bereichen Standard, doch längst nicht in allen. Es gibt es, zumindest nach meinem Wissen und meiner Erfahrung nach, keinen Dateimanager und auch keinen Editor, der in beiden Welten zu Hause wäre und vergleichbares leistet, wie die nativen Vertreter ihrer Art für die jeweiligen Betriebssysteme.
Seit ich auf den Geschmack der zweigeteilten Dateimanager gekommen bin, nutze ich unter Linux den Krusader als bevorzugten Dateianzeiger (was noch einigermaßen untertrieben ist und der Leistungsfülle nicht ganz gerecht wird). Zur Not muss auf Kommandozeilenebene auch mal der Midnight Commander herhalten - da finde ich die Arbeit mit den guten alten Terminalbefehlen allerdings meist komfortabler und vor allem schneller.
Für Windows existiert weniger Auswahl - obwohl diese Programme allesamt als Klone des Norton Commanders anzusehen sind, seiner Zeit eine mächtige Alternative zum Windows Explorer. Diesen würde ich allerdings als technisch überholt ansehen, so dass er heutzutage auf moderneren Windowsplattformen nicht mehr wirklich zu gebrauchen ist. Das einzige Programm, das sich in dieser Softwaregattung aus der grauen Masse der Klonesklone heraushebt, ist der Freecommander. Anders als der Name vielleicht implizieren mag, handelt es sich hierbei nicht um freie Software, sondern um Freeware - das Programm ist also proprietärer Natur, aber kostenlos und unverbindlich zu haben.
Den Funktionsumfang des Freecommanders möchte ich als umfassend bis kaum überblickbar beschreiben. Neben der normalen Dateianzeige kann er zudem:
Einzig in größeren Netzwerken mit vielen eingebundenen Netzlaufwerk kommt der Freecommander ins Straucheln und die Performance sackt weg. Aus diesen Leistungstälern befreit sich das Programm dann eher träge. Subjektiv würde ich behaupten, dass dieses Verhalten vor allem immer dann auftritt, wenn Explorer und Freecommander auf die selben Freigaben zugreifen. Allerdings tritt dieses Phänomen nicht so oft und auch nicht reproduzierbar auf, so dass sich der Einbruch nicht forcieren lässt.
Mangels anderer Software habe ich den Freecommander allerdings nur unter Windows XP im Einsatz. Vista kommt mir nach ersten Berührungen nicht auf die Platte und der RC von Windows 7 ist noch nicht so weit eingerichtet, dass ich andere Software als das Betriebssystem selber auf dieser Plattform getestet hätte.
Freecommander steht auf der Entwicklerseite zum Download bereit.
Auch unter Windows lässt sich ab und an die Arbeit mit und in einem Editor nicht vermeiden. Die Standard-Editor Notepad, wie auch sein größerer Bruder Wordpad - nun ja, beide sind in meinen Augen das Tippen gar nicht wert. Zumindest können beide einfache Textdateien öffnen, manipulieren und sogar speichern
.
Es existieren auch einige aus dem Linux-Universum bekannte Editoren für Windows - gVim (finde ich selbst unter Linux, im Gegensatz zum Vim nicht besonders tollI), Editra (ziemlich mächtig) und vielleicht sicher noch ein paar andere, die mir noch nicht auf den Desktop gekommen sind. Allerdings finde ich, und das plattformübergreifend, dass Notepad++ der beste Editor überhaupt ist. Er ist unter einer Open-Source-Lizenz und somit frei verfügbar. Leider existiert aber nur eine Windowsversion. Neben den üblichen Funktionen wie:
ist der Editor über Plugins noch stark erweiterbar. Für die Plugins existiert ein eigenes Repository. Außerdem arbeitet er äußerst performant und es lassen sich Makros mit ihm erstellen/ausführen. Er ist auch der einzige Editor, der in einem konkreten Anwendungsbeispiel mit einer XML-Datei umgehen konnte, die aus einer Zeile bestand und 1,6 MB groß war. Ein weiteres gelungenes Feature ist die Möglichkeit, Text in einer Datei suchen und sich dann die Anzahl der Fundstellen anzeigen zu lassen. Das Suchen lässt sich zu dem noch durch reguläre Ausdrücke ausweiten.
All dies und die unzähligen ungenannten Möglichkeiten machen Notepad++ zum absoluten Favoriten unter allen Editoren, auch wenn er nur für Windows verfügbar ist. Zu bekommen ist er auf der Projektseite. Dort findet sich auch eine Übersicht der Funktionen, die ich hier vergessen oder selber noch nie gebraucht habe.
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Wenn du willst, kannst du ihn ja mit Wine unter Linux laufen lassen. Er basiert ja völlig auf der WindowsAPI, also sollte es kein Problem darstellen. Und wenn ich mich recht erinnere, hatte ich ihn auch mal unter Linux laufen (frag mich aber nicht wann oder auf welcher Distribution).