Logo

Pro­gramm­tipp: Free­com­man­der und Notepad++

Schlagwörter: , , ,

Da ich gezwun­gen bin, ab und an auch in der Windows-Welt zu arbei­ten Evil , war es für mich uner­läss­lich, mir dort einige brauch­bare Pen­dants zu Linuxwerk­zeu­gen zu fin­den, mit denen ich eini­ger­ma­ßen arbei­ten kann. Natür­lich exis­tie­ren grade auch im Open Source-Bereich einige Pro­gramme, die platt­form­über­grei­fend vor­han­den sind. Dazu zähle ich meist bekann­ten Tools wie:

  • The GIMP
  • Pid­gin
  • OpenOffice.org bzw. Oxy­gen­Of­fice Professional
  • Fire­fox & Thunderbird
  • und und und…

Mit KDE4 erobern auch lang­sam die KDE-Programme den Win­dows­desk­top. So sind platt­for­mu­n­ab­hän­gige und -überg­rei­fende Pro­gramme in vie­len Berei­chen Stan­dard, doch längst nicht in allen. Es gibt es, zumin­dest nach mei­nem Wis­sen und mei­ner Erfah­rung nach, kei­nen Datei­ma­na­ger und auch kei­nen Edi­tor, der in bei­den Wel­ten zu Hause wäre und ver­gleich­ba­res leis­tet, wie die nati­ven Ver­tre­ter ihrer Art für die jewei­li­gen Betriebssysteme.

Datei­ma­na­ger Freecommander

Seit ich auf den Geschmack der zwei­ge­teil­ten Datei­ma­na­ger gekom­men bin, nutze ich unter Linux den Kru­sa­der als bevor­zug­ten Datei­an­zei­ger (was noch eini­ger­ma­ßen unter­trie­ben ist und der Leis­tungs­fülle nicht ganz gerecht wird). Zur Not muss auf Kom­man­do­zei­len­e­bene auch mal der Mid­night Com­man­der her­hal­ten - da finde ich die Arbeit mit den guten alten Ter­mi­nal­be­feh­len aller­dings meist kom­for­ta­bler und vor allem schneller.

Für Win­dows exis­tiert weni­ger Aus­wahl - obwohl diese Pro­gramme alle­samt als Klone des Nor­ton Com­man­ders anzu­se­hen sind, sei­ner Zeit eine mäch­tige Alter­na­tive zum Win­dows Explo­rer. Die­sen würde ich aller­dings als tech­nisch über­holt anse­hen, so dass er heut­zu­tage auf moder­ne­ren Win­dows­platt­for­men nicht mehr wirk­lich zu gebrau­chen ist. Das ein­zige Pro­gramm, das sich in die­ser Soft­ware­gat­tung aus der grauen Masse der Klo­nes­klone her­aus­hebt, ist der Free­com­man­der. Anders als der Name viel­leicht impli­zie­ren mag, han­delt es sich hier­bei nicht um freie Soft­ware, son­dern um Free­ware - das Pro­gramm ist also pro­prie­tä­rer Natur, aber kos­ten­los und unver­bind­lich zu haben.

Den Funk­ti­ons­um­fang des Free­com­man­ders möchte ich als umfas­send bis kaum über­blick­bar beschrei­ben. Neben der nor­ma­len Datei­an­zeige kann er zudem:

  • Ent­pa­cken von Archiven,
  • Ver­gleich von Verzeichnissen,
  • Anzeige von (Text-) Dateien,
  • Quick­links auf die Sys­tem­steue­rung, Ein­ga­be­auf­for­de­rung, Eigene Dateien
  • und und und

Ein­zig in grö­ße­ren Netz­wer­ken mit vie­len ein­ge­bun­de­nen Netz­lauf­werk kommt der Free­com­man­der ins Strau­cheln und die Per­for­mance sackt weg. Aus die­sen Leis­tungs­tä­lern befreit sich das Pro­gramm dann eher träge. Sub­jek­tiv würde ich behaup­ten, dass die­ses Ver­hal­ten vor allem immer dann auf­tritt, wenn Explo­rer und Free­com­man­der auf die sel­ben Frei­ga­ben zugrei­fen. Aller­dings tritt die­ses Phä­no­men nicht so oft und auch nicht repro­du­zier­bar auf, so dass sich der Ein­bruch nicht for­cie­ren lässt.

Man­gels ande­rer Soft­ware habe ich den Free­com­man­der aller­dings nur unter Win­dows XP im Ein­satz. Vista kommt mir nach ers­ten Berüh­run­gen nicht auf die Platte und der RC von Win­dows 7 ist noch nicht so weit ein­ge­rich­tet, dass ich andere Soft­ware als das Betriebs­sys­tem sel­ber auf die­ser Platt­form getes­tet hätte.

Free­com­man­der steht auf der Ent­wick­ler­seite zum Down­load bereit.

Edi­tor Notepad++

Auch unter Win­dows lässt sich ab und an die Arbeit mit und in einem Edi­tor nicht ver­mei­den. Die Standard-Editor Note­pad, wie auch sein grö­ße­rer Bru­der Word­pad - nun ja, beide sind in mei­nen Augen das Tip­pen gar nicht wert. Zumin­dest kön­nen beide ein­fa­che Text­da­teien öffnen, mani­pu­lie­ren und sogar spei­chern Evil .

Es exis­tie­ren auch einige aus dem Linux-Universum bekannte Edi­to­ren für Win­dows - gVim (finde ich selbst unter Linux, im Gegen­satz zum Vim nicht beson­ders tollI), Edi­tra (ziem­lich mäch­tig) und viel­leicht sicher noch ein paar andere, die mir noch nicht auf den Desk­top gekom­men sind. Aller­dings finde ich, und das platt­form­über­grei­fend, dass Note­pad++ der beste Edi­tor über­haupt ist. Er ist unter einer Open-Source-Lizenz und somit frei ver­füg­bar. Lei­der exis­tiert aber nur eine Win­dows­ver­sion. Neben den übli­chen Funk­tio­nen wie:

  • einem über­aus umfang­rei­chen Syntaxhighlighting,
  • diver­sen übli­chen Edi­to­ren­ein­stel­lun­gen (defi­nier­bare Anzahl von Leer­zei­chen anstelle von Tabs, Kodie­rung, Zei­len­en­den für Win­dows und Linux etc.),
  • Pro­fi­len

ist der Edi­tor über Plugins noch stark erwei­ter­bar. Für die Plugins exis­tiert ein eige­nes Repo­sitory. Außer­dem arbei­tet er äußerst per­for­mant und es las­sen sich Makros mit ihm erstellen/ausführen. Er ist auch der ein­zige Edi­tor, der in einem kon­kre­ten Anwen­dungs­bei­spiel mit einer XML-Datei umge­hen konnte, die aus einer Zeile bestand und 1,6 MB groß war. Ein wei­te­res gelun­ge­nes Fea­ture ist die Mög­lich­keit, Text in einer Datei suchen und sich dann die Anzahl der Fund­stel­len anzei­gen zu las­sen. Das Suchen lässt sich zu dem noch durch regu­läre Aus­drü­cke ausweiten.

All dies und die unzäh­li­gen unge­nann­ten Mög­lich­kei­ten machen Note­pad++ zum abso­lu­ten Favo­ri­ten unter allen Edi­to­ren, auch wenn er nur für Win­dows ver­füg­bar ist. Zu bekom­men ist er auf der Pro­jekt­seite. Dort fin­det sich auch eine Über­sicht der Funk­tio­nen, die ich hier ver­ges­sen oder sel­ber noch nie gebraucht habe.

Geschrieben am 18.05.2009 von Sven in Programmtipp, Windows · 2 Kommentare
Weder Pings noch Kommentare sind erlaubt.

2 Komentare auf “Pro­gramm­tipp: Free­com­man­der und Notepad++”

  1. Deadman44 sagt:

    Wenn du willst, kannst du ihn ja mit Wine unter Linux lau­fen las­sen. Er basiert ja völ­lig auf der Win­dows­API, also sollte es kein Pro­blem dar­stel­len. Und wenn ich mich recht erin­nere, hatte ich ihn auch mal unter Linux lau­fen (frag mich aber nicht wann oder auf wel­cher Distribution).

    • Sven sagt:

      Danke für den Tipp - daran hatte ich auch schon gedacht. Doch ver­su­che ich wei­test­ge­hend auf Wine als Hilfs­kon­strukt zu ver­zich­ten. Win­dows­pro­gramme kom­men halt auf die Windowspartitionen/VM.
      Die nati­ven Edi­to­ren (Vim, Kate) sind mir dann unter Linux schon lie­ber. Sie inte­grie­ren sich naht­los in die Arbeits­um­ge­bung (Kate) und sind auch so bes­ser abgestimmt.Es wäre ja schon etwas aber­wit­zig, gerade als Edi­tor unter Linux zu WINE zu grei­fen Smile .

      Ich fänds halt schön, wenn Note­pad++ auch als OSS und Linux-Variante zu haben wäre. Ob und wie weit das über­haupt umsetz­bar wäre, ist natür­lich auch eine andere Geschichte. Über­wie­gend bin ich ja schon mal froh, dass ein Stück so guter Soft­ware aufch für Win­dows ver­füg­bar ist (auch se7en) und so auch dazu bei­trägt, OSS unter die Leute zu brin­gen Smile .


Diese Seite und ihr Inhalt unterliegen, sofern nicht anders gekennzeichnet, einer Creative Commons-Lizenz.
cclicense

Dieser Blog benutzt das großartige WordPress.

top