Wer, wie ich, oft, viel und lange mit dem Zug unterwegs ist, ein Netbook sein eigen nennt und auch noch Spaß am Bloggen hat, versucht früher oder später dieses auch unterwegs umzusetzen.
Natürlich könnte ich dazu auch einem Texteditor oder OpenOffice (Writer) benutzen. Allerdings haben diese Möglichkeiten auch nervige Nebeneffekte.
Im Texteditor, z.B. , kann ich die den Text nicht so komfortabel wie mit dem nativen WordPress-Editor formatieren. Für mich ist es jedenfalls zu umständlich, da noch ständig die HTML-Tags einfügen zu müssen. Das einfache und schnelle Schreiben war ja schließlich mal einer der Gründe, die mich zu einem Blog-System gebracht haben. Die Formatierungen später noch hinzuzufügen, kann man nur unter dem Aspekt der Qualitätssicherung (wiederholtes, intensives Auseinandersetzen mit dem Text) für sinnvoll befunden werden. Mich nervt es meist mehr, als es mir zusätzlichen Spaß bieten würde.
Schreibe ich den Text aber im OpenOffice, so habe ich die Qual der Wahl. Entweder füge ich das Geschriebene als Text ein. Das hat ungefähr den gleichen Nutzen und Effekt, als hätte ich einen Texteditor verwendet. Ich könnte den Artikel auch als Word-Text einfügen. Dabei wird, zumindest bei mir, der Text ziemlich entstellt auf der Webseite angezeigt. So stimmt die Schriftgröße und teilweise auch die Schriftart nicht mehr überein. Das führt dann auch wieder zu leidigen Nacharbeiten.
Natürlich könnte ich mir auch eine lokale Sandbox mit WordPress, MediaWiki und Co. einrichten, so wie es auf meinem Desktop-Rechner der Fall ist. Dort teste ich allerdings damit auch nur meine Webseiten, nicht aber Blog- und Wiki-Artikel. Die doppelte Arbeit mache ich mir nicht, Beiträge lokal zu verfassen und dann erst online zu stellen. Zudem fehlt mir bei allen Alternativen eine Exportmöglichkeit direkt in den Blog, ohne dass ich noch kopieren müsste.
Alle Varianten sind für mich also nicht das Gelbe vom Ei - mit anderen Worten: Ein spezieller Offline-Client für WordPress muss her. Seit ich blogge, habe ich mich nach einem solchen umgesehen. Zunächst um einen Ersatz für das doch etwas träge WordPress-Dashboard direkt auf dem Rechner zu haben. Trotz der Trägheit legt der WordPress-Editor die Messlatte ziemlich hoch an, zu hoch für alle alternativen Clients. Daher habe ich mir bereits dieses Vorhaben aus dem Kopf geschlagen.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich nur nach linux-fähigen Clients gesucht habe. Selbst der beste Offline-Wordpress-Client der Welt wäre es mir nicht wert, extra für’s Bloggen Windows zu starten
.
Allerdings wollte ich für’s Netbook und für unterwegs irgendetwas haben, was wenigstens folgende Punkte abdeckt:
Also habe ich einige Kanditen gegoogelt und ins Rennen geschickt.
Und so oder so ähnlich zieht sich die Liste hin. Einige der von Google gefundenen Programme wurden schon seit geraumer Zeit nicht mehr entwickelt. Da fast immer die selben Programme bei der Suche angezeigt werden, ist es müßig, diese hier nochmal aufzuzählen.
Letztendlich bin ich bei einem Firefox-AddOn hängen geblieben, das sich Deepest Sender nennt. Um Clients solcher Art nutzen können, habe ich im Dashboard unter Einstellungen » Schreiben die XML-RPC-Schnittstelle aktiviert. Danach habe ich Deepest Sender installiert und aufgerufen. Beim ersten Start habe ich das Konto für meinen Blog angelegt und schon kann das Schreiben losgehen.
Die Browser-Erweiterung beherrscht: Schriftenformatierung, Einrückungen, Links, Aufzählungen und Satzarten. Weiterhin kann man mit ihr Bilder verlinken. Im Online-Modus erkennt das Tool alle im Blog verwendeten Kategorien. Diese kann ich dann auch für den jeweiligen Artikel setzen. Beim Upload kann ich auswählen, ob ich den Post direkt anzeigen lassen oder erst als Entwurf zwischenspeichern will.
Einmal abgesendet werden bestehende Artikel allerdings nicht aktualisiert, sondern beim nächsten Upload einfach hinzufügt. Da muss man dann schon aufpassen, um nicht am Ende für jede Version einen eigenen neuen Blogeintrag vorzufinden. Die Artikel speichere ich bis zu deren Fertigstellung einfach als XML-Datei lokal auf dem Rechner ab. Nach dem Upload kann ich sie dann nur noch im Brower, respektive WordPress-Editor bearbeiten.
Fazit
Deepest Sender bietet so ziemlich die Funktionen, die ich als Minimum gesetzt habe. Obendrein regiert der Editor auch viel flüssiger als sein WordPress-Pendant. Er eignet sich allerdings nicht als vollwertiger Ersatz. Ihm fehlen vollständig die Funktionen zum Taggen oder zum Schreiben einer Zusammenfassung des Textes. Bilder können ebenfalls nicht hochgeladen werden.
Ich habe allerdings auch nur ein Werzeug gesucht, mit dem ich meine Texte offline verfassen und zur Vervollständigung an den Blog schicken kann. Genau diesen Anforderungen entspricht das AddOn.
P.S. Ja - das bedeutet wohl, dass ich wieder öfter und regelmäßig hier posten werde.
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Dieser Blog benutzt das großartige WordPress.