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Test: OpenSuSE 11

Schlagwörter: openSuSE 11, Ubuntu, VirtualBox

Nach­dem mein erster Ver­such, die dama­lige Alpha-Version zu instal­lieren, lei­der scheit­erte, habe ich mich wieder ans Werk getraut. open­SUSE 11 ist nun schon seit einiger Zeit veröf­fentlicht — es ist also höch­ste Zeit.

Als Medium dient die Installations-DVD der Linux-User 08/2008. Die bzw. das Laufw­erk, in dem sie sich befindet, binde ich in [[Vir­tu­al­Box]] 1.6.2 als Laufw­erk ein, nehme die Standard-Einstellungen vor und starte die Instal­la­tion.

Nach weni­gen Augen­blicken startet die Instal­la­tion mit einer kleinen Ani­ma­tion, der sich das [[GRUB]]-Auswahlmenü anschließt. Es bein­hal­tet die üblichen Optio­nen. Ich wähle Instal­la­tion und bekomme die Möglichkeit, die Sprache und die Tas­taturbele­gung auszuwählen. Die Vorauswahl ori­en­tiert sich an der Ein­stel­lung, die ich im GRUB-Menü vorgenom­men bzw. nicht vorgenom­men habe. Bevor es weit­ergeht, muss ich noch die Lizenzbes­tim­mungen akzep­tieren. Ich stelle alles auf Deutsch ein und klicke auf Weiter. Nun kann ich auswählen, ob ich Neuin­stal­lieren, Aktu­al­isieren oder ein beste­hen­des Sys­tem repari­eren möchte. Natür­lich entscheide ich mich für die erste Möglichkeit.

Installation-Grub Willkommen Installationsmodus

Anschließend wähle ich die Zeit­zone aus. Der näch­ste Punkt ist für mich als [[Ubuntu]]-Benutzer, mit seinen vie­len [[Ubuntu_und_Derivate | Derivaten]], ein Novum. Während der Instal­la­tion kann ich auswählen, welche Arbeit­sumge­bung ich nutzen möchte. Diese Wahlmöglichkeit wün­schte ich mir auch für Ubuntu, da die Auswahl des richti­gen Desk­tops doch ger­ade für Ein­steiger nicht immer ganz ein­fach ist.

Zur kurzen Erk­lärung:
Ubuntu setzt von jeher auf GNOME als Arbeit­sumge­bung. Andere Desk­tops lassen sich zwar auch rel­a­tiv leicht nachin­stal­lieren. Das führt aber von Zeit zu Zeit zu Prob­le­men. Will man von Anfang an KDE nutzen, muss man zu [[Kubuntu]], für den XFCE zu [[Xubuntu]] greifen. Da diese Derivate wiederum durch die jew­eili­gen Desktops-Teams entwick­elt wer­den, kön­nte man Ressourcen scho­nen und Ubuntu ähnlich dem Sys­tem von SuSE, zumin­d­est was die Ober­fläche bet­rifft, anpassen.

Aber nun zurück zum Thema.

open­SUSE bietet mir die Auswahl zwis­chen GNOME, KDE 3 und 4, sowie noch einiger anderer Arbeit­sumge­bun­gen. Im Unter­menü kön­nte ich XFCE, ein min­i­males grafis­ches Sys­tem oder die Instal­la­tion einer Server-, also textbasierten, Umge­bung selek­tieren. Da ich aktuell auch KDE 4 unter Ubuntu ein­setze, wähle ich eben­falls KDE 4 für open­SUSE aus. Danach gelange ich in das Par­ti­tion­ierungs­menü. Wie fast bei jeder Dis­tri­b­u­tion kann ich den Vorschlag des Installers auf­greife, ihn ändern oder meine ganz per­sön­liche Par­ti­tion­sta­belle erstellen. Der Ein­fach­heit hal­ber übernehme den Vorschlag.

Zeitzone Desktopauswahl Partitionierung

Neuerd­ings kann man an dieser Stelle den Benutzer von open­SUSE anle­gen. Dazu gebe ich meinen Vor– und Fam­i­li­en­na­men ein. Den Vor­na­men übern­immt der Installer als Benutzer­na­men. Ich kann eben­falls auswählen, dass Root das gle­iche Pass­wort wie er Benutzer bekommt. Das Pass­wort wird anhand seiner Länge und Zusam­menset­zung auf seine Sicher­heit geprüft. Auch wenn es unsicher erscheint, kann man es den­noch übernehmen. Ein Klick auf Ändern führt mich zu den Ein­stel­lun­gen für Experten. Dort kann ich die Authentifizierungs-Methode und die Art der Ver­schlüs­selung meines Pass­wortes kon­fig­uri­eren. Abschließend wird mir eine Zusam­men­fas­sung aller Ein­stel­lun­gen angezeigt, die sich auch einzeln ändern lassen.

Benutzer anlegen Erweiterte Benutzereinstellungen Zusammenfassung

Da alle Ein­stel­lun­gen soweit zu meiner Zufrieden­heit sind, starte ich die Installation.

Installation Installation

Nach­dem sie abgeschlossen ist, kon­fig­uri­ert sich SuSE automa­tisch, nimmt Net­zw­erke­in­stel­lun­gen vor und sucht nach Druck­ern. Danach ent­ferne ich die DVD und reboote das Sys­tem. Vom Abschluss der Ein­stel­lun­gen und Beginn der Instal­la­tion bis zum jet­zi­gen Zeit­punkt sind gute 16 Minuten ver­gan­gen. Der Bootvor­gang endet im oblig­a­torischen Willkom­men–Bild­schirm. Den klicke ich weg — aber SuSE war so gut, mir direkt auf den Desk­top einen Link zu spendieren, der genau diesen wieder öffnet. Ebenso wurde schon ein Link zur openSUSE´s Online-Hilfe angelegt. Der stan­dard­mäßige Web­browser Kon­queror öffnet sich zwar, die Hil­fe­seiten wer­den allerd­ings nicht angezeigt. Das liegt daran, dass er, trotz kor­rek­tem Name­server, ein­fach den URL nicht auflösen kann. Ein Prob­lem das Fire­fox nicht hat.

Begrüßung Desktop Netzwerkprobleme

Soweit ver­lief die Instal­la­tion recht rei­bungs­los. Was nun folgt hat mit einem rei­bungslosen Ablauf allerd­ings nicht mehr viel gemein. Fairer Weise muss ich aber dazu schreiben, dass es nicht die Schuld von open­SUSE ist, zumin­d­est nicht direkt. Indi­rekt muss es allerd­ings schon einen Zusam­men­hang geben, da die Instal­la­tion der Gaster­weiterun­gen auf den anderen Test­sys­te­men fast immer funk­tion­ierte, bei Ubuntu sogar out-of-the-box. Die Instal­la­tion der Gaster­weiterun­gen bricht auf Grund fehlen­der [[Abhängigkeiten]] ab. Ich instal­liere also einige Pakete nach. Das geschieht mit SuSE´s Allround-Werkzeug YAST. Der ist zwar leicht gewöh­nungbedürftig, let­ztlich finde ich jedoch das, was ich suche. Auch wenn es länger dauert, als es mir lieb ist, instal­liere ich fol­gende fehlende Pakete: gcc, make, automake, linux-headers und die kernel-sources.

Und den­noch bricht die Instal­la­tion der Gaster­weiterun­gen immer wieder ab Monkey . Also ver­suche ich, SuSE erstein­mal auf aktuell­sten Stand zu brin­gen — allerd­ings bricht auch dieser Vor­gang ab, weil sich ein Repos­i­tory nicht auflösen lässt. Ein frust­be­d­ingter Reboot führt wenig­stens dazu, dass sich die Erweiterun­gen instal­lieren lassen. Allerd­ings funk­tion­ieren sie trotz erfol­gre­icher Ein­rich­tung nicht in zufrieden­stel­len­dem Maße, eine Voll­bild­darstel­lung ist nicht möglich. Eben­sowenig ver­lässt der Mauszeiger frei­willig das VirtualBox-Fenster, da muss die Host-Taste her­hal­ten. Das will ich aber nur am Rande erwäh­nen, da es den nor­malen User, der open­SUSE ja nicht in einer virtuellen Umge­bung laufen lässt, nicht betrifft.

Um ein Vielfaches ärger­licher ist der Umstand, dass open­SUSE abso­lut die Aktu­al­isierung ver­weigert. Und obwohl die sie abbrach, zeigt mir das Sys­tem beim näch­sten Boot an, dass keine Aktu­al­isierung ver­füg­bar und es somit auf neuestem Stand sei. Irgend­wie drängt sich da bei mir der Ver­dacht auf, dass dies auch mit der fehler­haften Auflö­sung des URL zusam­men­hän­gen kön­nte. Ander­er­seits ist aber auch alles up2date Grin .

Das Ganze wäre allerd­ings auch nur wirk­lich nervig, wenn ich pla­nen würde, open­SUSE länger­fristig zu nutzen. Diese Gefahr ist aber nicht gegeben, so dass ich auch nicht länger nach Ursache und Lösung suchen möchte.

Fazit

Anson­sten kann man nicht viel zu diesem Zeit­punkt über die Dis­tri­b­u­tion sagen. Instal­la­tions– und Boot-Zeiten sind OK. Das K-Menü, das ja ursprünglich in dieser Form auch von SUSE entwick­elt wurde, kommt auch im KDE 4 von Kubuntu zum Ein­satz. Dort löste es zwar einige Diskus­sio­nen aus, ich find es allerd­ings schick und prak­tisch. Die Mis­chung des schö­nen blauen Themes mit einem grü­nen Desk­top finde ich allerd­ings nicht so passend, aber über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Von jeher spitzen­mäßig finde ich, dass man beim Reboot auswählen kann, welcher Bootein­trag genutzt wer­den soll und das unab­hängig von den Default-Einstellungen der menu.lst. Es ist echt schade, dass dieses Fea­ture noch nicht in andere Dis­tri­b­u­tio­nen Einzug gefun­den hat. Schließlich hat man ja einen Grund, weshalb man den Rech­ner neu starten möchte. Entweder erfolgt der Neustart sys­tem­be­d­ingt oder man möchte explizit ein anderes Betrieb­ssys­tem booten. SUSE-typisch wurde auch eine große Anzahl von Soft­ware instal­liert. Auch hier wurde KDE-3– und KDE-4-Software wild gemixt, je nach Ver­füg­barkeit des Pro­gramms. Aber daran habe mich zwis­chen­zeitlich auch schon gewöhnt, wahrschein­lich lässt es sich auch noch gar nicht anders lösen. Apro­pos KDE, open­SUSE setzt hier auf die Ver­sion 4.0.4 — die finale  Ver­sion 4.1 muss ja auch in den näch­sten Tagen veröf­fentlicht werden.

Per­sön­lich finde ich Ubuntu immer noch als Ein­steiger am besten geeignet, wie auch für ver­sierte Anwen­der. Aber da wird mir wahrschein­lich jeder SuSE-Anwender wider­sprechen. Selbst nutzte ich es nur bis in die 9er-Versionen pro­duk­tiv, daher maße ich mir kein Urteil über den alltäglichen Umgang mit dem Sys­tem an. YaST an sich ist mir allerd­ings schon immer zu überladen und unüber­sichtlich gewe­sen und dazu auch noch oft fehlerhaft.

Apro­pos fehler­haft — eigentlich wollte ich ja noch einige Screen­shots zu den besagten Fea­tures und Pro­gram­men präsen­tieren. Nach einem Reboot –Änderun­gen habe ich nicht vorgenom­men– bleibt der Bild­schirm schwarz. So endet mein Test an dieser Stelle und SuSE hin­ter­lässt schließlich nicht den allerbesten Eindruck.

Geschrieben am 28.07.2008 von Sven in Aktuelles, Linux, Prüfstand · 1 Kommentar
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Ein Kommentar auf “Test: OpenSuSE 11”

  1. freddiecarlton sagt:

    Zitat:
    Um ein Vielfaches ärger­licher ist der Umstand, dass open­SUSE abso­lut die Aktu­al­isierung ver­weigert. Und obwohl die sie abbrach, zeigt mir das Sys­tem beim näch­sten Boot an, dass keine Aktu­al­isierung ver­füg­bar und es somit auf neuestem Stand sei. Irgend­wie drängt sich da bei mir der Ver­dacht auf, dass dies auch mit der fehler­haften Auflö­sung des URL zusam­men­hän­gen kön­nte. Ander­er­seits ist aber auch alles up2date. (Zitat-Ende)

    Um open­SUSE updaten zu kön­nen, musst du zunächst ein­mal repos­i­to­ries auswählen. Darauf wer­den Anfänger allerd­ings nicht aus­drück­lich hingewiesen, das ist ein Nachteil.

    fred­diecarl­ton


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