Die nächste Distribution auf meiner Testliste ist die Alpha1 von openSuSE 11. Was mich an dieser Stelle wieder wundern lässt, ist die Tatsache, dass so frühe Entwicklerversionen den Zeitschriften beigepackt werden. Meist dann auch noch mit Zusätzen wie “Oh gaaaaanz exklusiv und nur bei uns.”
Klar, der Sinn und Zweck von Testversionen ist es, dass diese eben auch getestet werden. Die Zielgruppe richtet sich aber da doch eher an sehr versierte Nutzer, die zum Einen wissen, was sie tun und zum Anderen willens sind, ihre Ergebnisse auch in Form von Bug-Reports den Entwicklern zukommen zu lassen.
Das Erste will ich den Zeitschriftenlesern grundsätzlich nicht absprechen, wobei die Motivation zur aktiven Mitarbeit wohl auf einem ganz anderen Blatt steht. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass aktive Tester sich ihre Versionen wohl eher direkt aus den SVN- oder zumindest Download-Archiven des jeweiligen Projekte holen.
Für Otto Normal liegt der Nutzen einer solch frühen Vorab-Version für mich im nicht wahrnehmbaren Bereich. Der verspricht sich eher als early-access-user in die Vorzüge der neuen Version zu kommen. Wohin das führt, sieht man ja beim KDE 4, sicherlich eines der Top-Produkte, die dieses Jahr zu bieten hat. Da es aber, obwohl weder fertiggestellt noch ausgereift, schon überall gehypt wurde und wird, aber eben noch nicht 100%-ig funktioniert, verliert es schon vor der Veröffentlichung einer stabilen Version jegliche Marktakzeptanz. Zudem ist autodidaktisches Selbstinformieren total out und Meckern total in.
Back to topic:
Gemäß meinen Testbedingungen richte ich die virtuelle Maschine ein und starte sie. Noch vor dem Grub-Menü, empfängt mich ein sekundenlang andauernder Splashscreen, total unnütz und nervend.
Das GRUB-Menü bietet die von SuSE altbekannten Auswahlmöglichkeiten:
Die Installation beginnt mit einer mehrere Sekunden andauernden Wartezeit, bis die Systemdiagnose beendet wurde. Danach kann ich meine Netzwerkeinstellung vornehmen und die aktualisierten Daten werden aus den Repos geladen.
Danach stelle ich noch die Zeitzone ein. Die Möglichkeit, einen NTP-Service in Anspruch zu nehmen, schlage ich aus.
So, hätte ich gewusst, dass ich soweit nie wieder kommen werden, hätte ich mir bestimmt mehr Mühe gegeben. 
Es werden nun die Installationseinstellungen geladen und geladen und geladen. Obwohl ich rein gar nix geändert habe, sticht mir sofort der Bluescreen folgende Fehlermeldung ins Auge:
Abhängigkeiten können nicht automatisch aufgelistet werden. Ein manueller Eingriff ist erforderlich.
Dumm nur, dass es auch rein gar keinen Anhalt gibt, was wie und wo geändert werden soll. Hinzukommt, dass bei jeder vorgenommenen Änderung der Systemcheck wieder von vorne beginnt. Na ja, irgendwann komm auch ich mal auf ein Idee und wähle im Bereich Software ein Yast-Paket aus. Das bringt zwar keine Lösung, zeigt mir aber, welche Pakete Probleme bereiten - allesamt KDE4-Spiele, sehr wichtige Programme also. Also deaktiviere ich flux die Installation der betroffenen Pakete, bis zum Schluss nur noch das Paket libpoppler den Installer vor schier unlösbare Probleme stellt. Da ich mir vorstellen kann, dass das Paket vielleicht etwas wichtiger ist, als Offiziersskat, lasse ich mich überreden und überlasse es dem Installer, das Problem zu lösen. Die Lösung - weit gefehlt, das System hängt sich nach allen Regeln der Kunst auf. Ich muss es abschießen.
So leicht gebe ich natürlich nicht auf, lustiger Weise, komme ich allerdings nie wieder bis zu dieser Stelle, sondern erhalte vorher einen Red´n´Bluescreen:
“Sven…”, sag ich mir, “Sven, das kann doch nicht alles sein.” Kann es auch nicht. Denn ich wäre ja nicht ich, würde ich nicht noch die zur Zeit aktuellste Version von der openSuSE-Webseite laden. Die auf der DVD vorhandene war ja schließlich ein Alpha 1, also lad ich mir eben die Alpha 3, immerhin. Ich lade mir die Boot-CD, die die Installation per Internet verspricht.
Zumindest das Design finde ich ansprechender als noch zuvor. Allerdings ist auch diese Installtionsart nicht von Erfolg gekrönt, da sie sich immer wieder aufhängt.
Da es immer an der selben Stelle zu diesem Fehler kommt, geh ich davon, dass openSuSE mit dem von VirtualBox zur Verfügung gestellten Festplattencontroller nicht zu Recht kommt.
Fazit:
Ich muss openSuSE 11 zu Gute halten, dass es sich noch um ein Alpha-Version handelt. Dass diese in einer virtuellen Umgebung nicht zu installieren ist, ist halb so tragisch, das werden die Folgeversionen sicherlich noch richten. Schade nur um die verschwendete Zeit. Apropos Zeit: ich benötige fast so viel Zeit, bei openSuSE ins Softwareauswahlmenü zu kommen, wie ich für die komplette PCLinuxOS-Installation verwendet habe. Vor allem, dass jede Änderung an dieser Stelle ewige Ladezeiten nach sich zieht, finde ich nicht komfortabel. Allerdings ist dies auch die einzige Distribution bisher, bei der ich während der Installation festlegen kann, welche Pakte ich alles installieren will.
Insgesamt kann ich sagen, dass mir openSuSE einfach zu träge und langsam ist - zumindest die Sachen, die ich bisher gesehen habe. Neugierig, ob eine Beta-Version oder das Release sich installieren lässt, bin ich schon, gespannt aber nicht.
Ich werde berichten…
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[…] mein erster Versuch, die damalige Alpha-Version zu installieren, leider scheiterte, habe ich mich wieder ans Werk […]