Das letzte Mal nutzte ich NetBeans IDE in Version
: (geraten: 3) mehr oder weniger produktiv
im Studium. Schon zu dieser Zeit empfand ich NetBeans als weitaus mächtiger als den, damals uns zur Verfügung gestellten, JBuilder. Der war nicht nur unsagbar teuer, sondern auch für Linux nicht zu haben, zumindest soweit ich mich erinnere. Allerdings kam ich seinerzeit von NetBeans wieder ab, da es doch sehr auf [[Java]] fixiert und auch noch einigermaßen bug-behaftet war.
Nach einer “Odyssey” über Texteditoren wie den [[vi]] und später IDE´s wie KDevelop, kam ich zu [[Eclipse]] und blieb auch dabei. Die modulare Aufbauweise und die fast unbegrenzten Möglichkeiten überzeugten mich ziemlich schnell. Mit jeder neuen Version fand und finde ich allerdings immer mehr Punkte zur Kritik. Zur Zeit stört mich, dass sowohl die IDE als auch deren Plugins nicht mehr so einfach und komfortabel zu aktualisieren und installieren sind, wie sie es in der Vergangenheit waren. Zumindest bin ich der Meinung, dass, z.B., das Auflösen der [[Abhängigkeiten]] in den älteren Versionen leichter zu handhaben war. Weiterhin bin ich mit der Performance auch nicht mehr zufrieden. Eclipse wird trotz Modularität immer größer und langsamer. Die Grundlage des Ganzen bildet Eclipse 3.4 Ganymede mit PDT-Plugin.
Doch, warum schweife ich soweit in die Vergangenheit ab?
Ich bin der Meinung, dass “neue” Produkte sich mit den bereits genutzten messen und beide miteinander verglichen werden müssen. Gerade hat SUN die Version 6.5 von NetBeans freigegeben. Diese unterstützt nun neben HTML, CSS auch endlich PHP. Grund genug für mich, das Paket herunterzuladen und anzutesten. So muss sich nun auch Eclipse dem Vergleich stellen.
Vorweg will ich noch einige Gemeinsamkeiten der beiden IDE´s aufzählen.
Beide sind [[Open Source]] Projekte, deren Entwicklung von der jeweiligen Community, aber auch von Softwaregrößen wie IBM (Eclipse) und SUN (NetBeans) voran getrieben wird.
Beide sind in Java geschrieben und beide dienten ursprünglich als Entwicklungsplattform für eben Java.
Beide sind dank Java auf verschiedenen Plattformen lauffähig.
Beide lassen sich in Punkto Funktionalität durch Plugins erweitern.
Doch nun will ich auch endlich zu NetBeans kommen. Der Grund für den Test und diesen Artikel ist die Tatsache, dass die neue Version nun auch PHP hinsichtlich Syntax-Highlighting, Code-Vervollständigung und weiteren Features, unterstützt.
Bereits der Download-Bereich auf der Projektseite hinterlässt bei mir einen positiven Eindruck. Sauber und aufgeräumt präsentiert er die verschiedenen Versionen von NetBeans. Für jede unterstützte Sprache wurde ein eigenes Paket geschnürt. Das hält die Downloadgröße, je nach gewünschter Sprache, besonders klein. Die Version für PHP umfasst gerade mal 23 MB. Für vielsprachige Programmierer gibt es aber auch ein All-in-One–Paket aller verfügbarer Sprachen.
Apropos Sprachen: Die deutsche Lokalisierung der IDE wird durch die Community geliefert, in diesem Fall nachgeliefert
. Trotzdem habe ich mir die lokalisierte Fassung heruntergeladen. Auch wenn das Programm selber noch englisch ist, ist zumindest diese Seite in deutscher Sprache.
Zur Installation mache ich das heruntergeladene Shell-Script ausführbar und starte anschließend die Installation:
wget http://bits.netbeans.org/netbeans/6.5/community/latest/ml/bundles/netbeans-6.5-ml-php-linux.sh
chmod +x netbeans-6.5-ml-php-linux.sh
./netbeans-6.5-ml-php-linux.sh
Dann startet die ziemlich selbsterklärende Installation. Ich lasse sie in meinem [[Benutzerverzeichnis]] durchführen. So spare ich mir das zusätzliche Sichern.
Nach der Installation hat das NetBeans-Verzeichnis eine Größe von lediglich 98 MB. Eclipse hingegen nimmt einen Platz von 320 MB ein. Zugegebener Maßen handelt es sich aber um eine schon länger bestehende Installation. Genau da sehe ich aber auch den Vorteil von NetBeans. Zwar kann Eclipse von Haus aus schon Java sprechen und das Eclipse-Plugins muss nachinstalliert werden. Die PHP-Version von NetBeans kann das nicht, aber welchen reinen PHP-Entwickler interessiert schon Java
. Ist NetBeans einmal installiert, kann man die Pakete für verschiedene andere Programmiersprachen sowie weitere Plugins direkt aus der IDE heraus installieren.
Der größte zu nennende Vorteil ist wohl, dass NetBeans einfach viel schneller und flüssiger läuft. Auf den ersten Blick funktioniert auch das Code-Vervollständigen besser und schneller als unter Eclipse.
Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass Darstellungsfehler im 3D-Desktop wie sie bei Eclipse auftreten, nun nicht mehr in Erscheinung treten.
Fazit
Auf den ersten und zweiten Blick macht NetBeans eine gute Figur. Vor allem die Performance ist ein dicker Pluspunkt. Negativ ist eigentlich nur anzuführen, dass NetBeans IDE noch bei weitem nicht die Masse an Programmiersprachen unterstützt, die Eclipse beherrscht. Dabei beschränkt man sich auf eine Auswahl der wichtigsten. Das kommt diesen dann augenscheinlich bestens zu Gute.
Wer viel mit PHP programmiert und wem dabei Eclipse zu behäbig, ein [[Texteditor]] aber zu wenig mächtig ist, dem sei NetBeans IDE 6.5 an Herz gelegt. Auch wenn dieser Test sich auf die ersten Eindrücke beschränkt und NetBeans sich im täglichen Einsatz noch beweisen muss, habe ich bei bei dieser Empfehlung ein gutes Gefühl.
Kann Netbeans auch nur weiter empfehlen, da es im Gegensatz zu Eclipse bisher nicht abgestürzt ist, ein Eclipse Nutzer hat bereits während der Installation des einen oder anderen notwendigen Plugins dieses Erlebnis. Was der Post nun aber mit (K|X)ubuntu zu tun hat frag ich mich. War eigentlich auf der Suche nach einem Package repository. Aber gut dass die positiven Erfahrungen auch von anderen geteilt werden.
Danke für den Bericht!
Hab’s mir auf Grund dessen auch gezogen, Eclipse hat mich nie besonders angesprochen, insbesondere nachdem es sich mehrmals ohne ersichtlichen Grund beendet hat. ![]()
@slinger: .debs gibt es (zumindest bei Mutter Debian), die installer von der Sun-Site fügen die Teile jedoch auch in Debian nahtlos ein (inklusive Menü-Einträge und Kontaktaufnahme zum Paketmanagment –sehr nett!)
Grüße!
Also Netbeans als IDE ist echt ok — allerdings verstehe ich nicht, warum ich unter Ubuntu in Netbeans ein extrem schlechtes Font-Rendering ertragen muss. Man kann echt kaum die Schriften lesen. Wie kann man das ändern. Ich meine nicht die Einstellungen für die jeweilige Sprache, die hab ich schon gefunden, ich meine die menus und alles andere — irgendwie ignoriert das openjdk scheinbar meine systemweiten Font-Einstellungen.
[…] Editor ist wohl der beste für mich? Da ich seit relativ kurzer Zeit bekennder Anhänger von Netbeans (PHP– & Webentwicklung) bin, liegt mein Bestreben nahe, diese IDE auch für Python […]
[…] Wurde dies erfolgreich durchgeführt, ist es möglich den Inhalt der Datenbank direkt mit NetBeans zu arbeiten, das finde ich richtig cool. Das spart einige Zeit und Mühen wenn alles unter […]
Hallo Sven,
muss deine Meinung bezüglich Netbeans teilen! Finde es momentan auch extrem handlich und vorallendingen schneller als Eclipse!
Schade nur das es keine deb Pakete gibt. Die würden allerdings auch nur meine Faulheit unterstützen
Ich code momentan fleissig OpenGl mit C unter Netbeans. Was mich am meisten fasziniert hat ist dass der Import eines vorhandenen Projektes inkl Compilerflags einfacher denn je war!
LG,
slinger