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Test: Net­Be­ans 6.5 unter Kubuntu 8.10

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Das letzte Mal nutzte ich Net­Be­ans IDE in Ver­sion Confused: (gera­ten: 3) mehr oder weni­ger pro­duk­tiv Angel im Stu­dium. Schon zu die­ser Zeit emp­fand ich Net­Be­ans als weit­aus mäch­ti­ger als den, damals uns zur Ver­fü­gung gestell­ten, JBuil­der. Der war nicht nur unsag­bar teuer, son­dern auch für Linux nicht zu haben, zumin­dest soweit ich mich erin­nere. Aller­dings kam ich sei­ner­zeit von Net­Be­ans wie­der ab, da es doch sehr auf Java fixiert und auch noch eini­ger­ma­ßen bug-behaftet war.

Nach einer “Odys­sey” über Text­edi­to­ren wie den vi und spä­ter IDE´s wie KDe­ve­lop, kam ich zu Eclipse und blieb auch dabei. Die modu­lare Auf­bau­weise und die fast unbe­grenz­ten Mög­lich­kei­ten über­zeug­ten mich ziem­lich schnell. Mit jeder neuen Ver­sion fand und finde ich aller­dings immer mehr Punkte zur Kri­tik. Zur Zeit stört mich, dass sowohl die IDE als auch deren Plugins nicht mehr so ein­fach und kom­for­ta­bel zu aktua­li­sie­ren und instal­lie­ren sind, wie sie es in der Ver­gan­gen­heit waren. Zumin­dest bin ich der Mei­nung, dass, z.B., das Auf­lö­sen der Abhän­gig­kei­ten in den älte­ren Ver­sio­nen leich­ter zu hand­ha­ben war. Wei­ter­hin bin ich mit der Per­for­mance auch nicht mehr zufrie­den. Eclipse wird trotz Modu­la­ri­tät immer grö­ßer und lang­sa­mer. Die Grund­lage des Gan­zen bil­det Eclipse 3.4 Gany­mede mit PDT-Plugin.

Doch, warum schweife ich soweit in die Ver­gan­gen­heit ab?

Ich bin der Mei­nung, dass “neue” Pro­dukte sich mit den bereits genutz­ten mes­sen und beide mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den müs­sen. Gerade hat SUN die Ver­sion 6.5 von Net­Be­ans frei­ge­ge­ben. Diese unter­stützt nun neben HTML, CSS auch end­lich PHP. Grund genug für mich, das Paket her­un­ter­zu­la­den und anzu­tes­ten. So muss sich nun auch Eclipse dem Ver­gleich stellen.

Vor­weg will ich noch einige Gemein­sam­kei­ten der bei­den IDE´s aufzählen.

Beide sind Open Source Pro­jekte, deren Ent­wick­lung von der jewei­li­gen Com­mu­nity, aber auch von Soft­ware­grö­ßen wie IBM (Eclipse) und SUN (Net­Be­ans) voran getrie­ben wird.
Beide sind in Java geschrie­ben und beide dien­ten ursprüng­lich als Ent­wick­lungs­platt­form für eben Java.
Beide sind dank Java auf ver­schie­de­nen Platt­for­men lauf­fä­hig.
Beide las­sen sich in Punkto Funk­tio­na­li­tät durch Plugins erweitern.

Doch nun will ich auch end­lich zu Net­Be­ans kom­men. Der Grund für den Test und die­sen Arti­kel ist die Tat­sa­che, dass die neue Ver­sion nun auch PHP hin­sicht­lich Syntax-Highlighting, Code-Vervollständigung und wei­te­ren Fea­tures, unterstützt.

Bereits der Download-Bereich auf der Pro­jekt­seite hin­ter­lässt bei mir einen posi­ti­ven Ein­druck. Sau­ber und auf­ge­räumt prä­sen­tiert er die ver­schie­de­nen Ver­sio­nen von Net­Be­ans. Für jede unter­stützte Spra­che wurde ein eige­nes Paket geschnürt. Das hält die Down­load­größe, je nach gewünsch­ter Spra­che, beson­ders klein. Die Ver­sion für PHP umfasst gerade mal 23 MB. Für viel­spra­chige Pro­gram­mie­rer gibt es aber auch ein All-in-One-Paket aller ver­füg­ba­rer Sprachen.

Apro­pos Spra­chen: Die deut­sche Loka­li­sie­rung der IDE wird durch die Com­mu­nity gelie­fert, in die­sem Fall nach­ge­lie­fert Grin . Trotz­dem habe ich mir die loka­li­sierte Fas­sung her­un­ter­ge­la­den. Auch wenn das Pro­gramm sel­ber noch eng­lisch ist, ist zumin­dest diese Seite in deut­scher Sprache.

Zur Instal­la­tion mache ich das her­un­ter­ge­la­dene Shell-Script aus­führ­bar und starte anschlie­ßend die Installation:

wget http://bits.netbeans.org/netbeans/6.5/community/latest/ml/bundles/netbeans-6.5-ml-php-linux.sh
chmod +x netbeans-6.5-ml-php-linux.sh
./netbeans-6.5-ml-php-linux.sh

Dann star­tet die ziem­lich selbst­er­klä­rende Instal­la­tion. Ich lasse sie in mei­nem Benut­zer­ver­zeich­nis durch­füh­ren. So spare ich mir das zusätz­li­che Sichern.

Nach der Instal­la­tion hat das NetBeans-Verzeichnis eine Größe von ledig­lich 98 MB. Eclipse hin­ge­gen nimmt einen Platz von 320 MB ein. Zuge­ge­be­ner Maßen han­delt es sich aber um eine schon län­ger beste­hende Instal­la­tion. Genau da sehe ich aber auch den Vor­teil von Net­Be­ans. Zwar kann Eclipse von Haus aus schon Java spre­chen und das Eclipse-Plugins muss nach­in­stal­liert wer­den. Die PHP-Version von Net­Be­ans kann das nicht, aber wel­chen rei­nen PHP-Entwickler inter­es­siert schon Java Evil . Ist Net­Be­ans ein­mal instal­liert, kann man die Pakete für ver­schie­dene andere Pro­gram­mier­spra­chen sowie wei­tere Plugins direkt aus der IDE her­aus installieren.

Der größte zu nen­nende Vor­teil ist wohl, dass Net­Be­ans ein­fach viel schnel­ler und flüs­si­ger läuft. Auf den ers­ten Blick funk­tio­niert auch das Code-Vervollständigen bes­ser und schnel­ler als unter Eclipse.

Willkommensseite Code-Ansicht Plugins

Ein wei­te­rer posi­ti­ver Neben­ef­fekt ist, dass Dar­stel­lungs­feh­ler im 3D-Desktop wie sie bei Eclipse auf­tre­ten, nun nicht mehr in Erschei­nung treten.

Fazit

Auf den ers­ten und zwei­ten Blick macht Net­Be­ans eine gute Figur. Vor allem die Per­for­mance ist ein dicker Plus­punkt. Nega­tiv ist eigent­lich nur anzu­füh­ren, dass Net­Be­ans IDE noch bei wei­tem nicht die Masse an Pro­gram­mier­spra­chen unter­stützt, die Eclipse beherrscht. Dabei beschränkt man sich auf eine Aus­wahl der wich­tigs­ten. Das kommt die­sen dann augen­schein­lich bes­tens zu Gute.

Wer viel mit PHP pro­gram­miert und wem dabei Eclipse zu behä­big, ein Text­edi­tor aber zu wenig mäch­tig ist, dem sei Net­Be­ans IDE 6.5 an Herz gelegt. Auch wenn die­ser Test sich auf die ers­ten Ein­drü­cke beschränkt und Net­Be­ans sich im täg­li­chen Ein­satz noch bewei­sen muss, habe ich bei bei die­ser Emp­feh­lung ein gutes Gefühl.

Geschrieben am 21.11.2008 von Sven in Aktuelles, Linux, Programmieren, Programmtipp · 7 Kommentare
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7 Komentare auf “Test: Net­Be­ans 6.5 unter Kubuntu 8.10”

  1. slinger sagt:

    Hallo Sven,

    muss deine Mei­nung bezüg­lich Net­be­ans tei­len! Finde es momen­tan auch extrem hand­lich und vor­al­len­din­gen schnel­ler als Eclipse!

    Schade nur das es keine deb Pakete gibt. Die wür­den aller­dings auch nur meine Faul­heit unter­stüt­zen Wink Ich code momen­tan fleis­sig OpenGl mit C unter Net­be­ans. Was mich am meis­ten fas­zi­niert hat ist dass der Import eines vor­han­de­nen Pro­jek­tes inkl Com­pil­er­flags ein­fa­cher denn je war!

    LG,

    slin­ger

  2. Anonymous sagt:

    Kann Net­be­ans auch nur wei­ter emp­feh­len, da es im Gegen­satz zu Eclipse bis­her nicht abge­stürzt ist, ein Eclipse Nut­zer hat bereits wäh­rend der Instal­la­tion des einen oder ande­ren not­wen­di­gen Plugins die­ses Erleb­nis. Was der Post nun aber mit (K|X)ubuntu zu tun hat frag ich mich. War eigent­lich auf der Suche nach einem Package repo­sitory. Aber gut dass die posi­ti­ven Erfah­run­gen auch von ande­ren geteilt werden.

  3. Fredl(99) sagt:

    Danke für den Bericht!
    Hab’s mir auf Grund des­sen auch gezo­gen, Eclipse hat mich nie beson­ders ange­spro­chen, ins­be­son­dere nach­dem es sich mehr­mals ohne ersicht­li­chen Grund been­det hat. Frown

    @slinger: .debs gibt es (zumin­dest bei Mut­ter Debian), die instal­ler von der Sun-Site fügen die Teile jedoch auch in Debian naht­los ein (inklu­sive Menü-Einträge und Kon­takt­auf­nahme zum Paket­ma­nag­ment -sehr nett!)

    Grüße!

  4. Also Net­be­ans als IDE ist echt ok - aller­dings ver­stehe ich nicht, warum ich unter Ubuntu in Net­be­ans ein extrem schlech­tes Font-Rendering ertra­gen muss. Man kann echt kaum die Schrif­ten lesen. Wie kann man das ändern. Ich meine nicht die Ein­stel­lun­gen für die jewei­lige Spra­che, die hab ich schon gefun­den, ich meine die menus und alles andere - irgend­wie igno­riert das open­jdk schein­bar meine sys­tem­wei­ten Font-Einstellungen.

    • Sven sagt:

      Obwohl ich Anhän­ger von Open Source Soft­ware bin, nutze ich im Java-Bereich eigent­lich nur die pro­prie­täre JRE (das JDK ist zum Betrieb von Net­be­ans nicht not­wen­dig, nur zum Java-Programmieren). SUN´s JRE bie­tet nicht nur die bes­sere Kom­pa­ti­bi­li­tät, son­dern unter Ubuntu zumin­dest, auch ein extra Schrif­ten­pa­ket. Damit klappt dann auch das Font-Antialiasing.

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