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linie
Donnerstag, 10. April 2008 Uhr

Nach den enttäuschenden Tests von openSuSE 11 (alpha) und vor allem gOS, widme ich mich heute mal wieder einer erwachsenen Distribution :-) Die Wahl fällt dabei auf Fedora 8. Auf der Webseite prangt mir der Slogan Fedora 8 - unendliche Möglichkeiten entgegen - ich bin gespannt.

Die Downloadseite finde ich etwas verwirrend. Als Installationsmedium wird das 3.2 GB DVD-Image angegeben, aber auch eine Desktop-CD ist als ISO-Datei zu haben. Beides kann man direkt oder per Torrent geladen werden. Letzteres senkt zwar den Traffic des Projektes, ist mir aber insgesamt zu langsam. Lust, auf die DVD fünf Stunden zu warte, verspüre ich wenig. Und überhaupt, warum muss ich 3,2 GB zur Installation downloaden, wo ich doch über eine Internetverbindung verfüge, so dass ich Pakte leicht nachinstallieren kann.

Da die Live-CD nur einen Bruchteil der Downloadzeit in Anspruch nimmt, lade ich sie zuerst. So verschaffe ich mir erst einmal einen Überblick über die Distribution. Das Design finde ich ja ganz schick, nur begrüßt mich schon wieder ein Gnome-Desktop - das wird auf die Dauer echt langweilig ;-) .

Die Verbindung in die große weite Welt steht sofort, aber das überrascht mich nicht, da es bisher immer funktioniert hat.

Meine Hoffnung bestätigt sich und auf dem Desktop finde ich auch einen Button zur Installation. Diese Starte ich sogleich, die DVD ist übrigens immer noch am laden. Der fedora-eigene Installationsassistent beginnt, seine Arbeit zu verrichten. Er fragt kurz nach, ob er eine Partitionstabelle schreiben soll und wenn ja, wie. Wie immer wird auch angeboten, das Ganze automatisch zu erledigen.

Im Anschluss muss ich noch die Zeitzone auswählen, das root-Passwort festlegen und die Installation -oder besser das Kopieren des Live-Systems- beginnt.

Danach folgt ein Reboot und das eigentliche Einrichten des Systems. Das Bild, das ich nach dem Reboot sehe, kommt mir allerdings seltsam bekannt vor ;-) .

Die Einrichtung der folgenden Punkte ist eigentlich selbsterklärend, weswegen ich nicht jeden Screenshot groß kommentiere. Die fedora-eigene Firewall kann vorkonfiguriert, also bestimmt Dienste & Protokolle freigegeben werden, oder deaktiviert werden. Ich deaktiviere sie, da ich nicht so der Freund von Desktop-Firewalls bin. Datum und Uhrzeit können auch via NTP eingestellt werden. Fedora bietet hier eigene Server zur Vorauswahl an.

Dann kann ich noch mein Hardware-Profil an den Fedora-Server schicken. doch das will ich nicht. Der Benutzer ist schnell erstellt und schon komme ich an den Login-Screen.

Der Desktop bietet erwartungsgemäß nicht viel Unterschiede zur Live-CD. An die Farbgebung könnte ich mich gewöhnen, an Gnome wohl eher nicht :evil: .

Per Screenlet werde ich informiert, dass ich das System mit über 200 Updates glücklich machen kann. Oh man - das zu Bestätigen ist an dieser Stelle ein echter Fehler. Ich bedaure zu tiefst, dass ich nicht rauche, die Wartezeit auf die Fertigstellung hätte knapp eine Fahrt zum nächsten Polenmarkt gerechtfertigt. Das die virtuelle Umgebung an dem lahmen Update schuld ist, kann ich irgendwie nicht glauben. Immer wieder muss ich etwas bestätigen und ein von der Größe her vergleichbares Update unter Ubuntu, läuft schneller ab.

Als nächstes will ich die Gasterweiterungen von VirtualBox installieren, doch das funktioniert out-of-the-box nicht. Das Installationsscript meckert ein wenig herum, dass ihm einige “unwichtige” Pakete wie make, der Compiler und die Kernel-Headers fehlen. Um die nachzuinstallieren, suche ich das Fedora-Installationswerkzeug. Das ist auch sehr einfach unter Anwendungen - Software hinzufügen/entfernen zu finden und Pirut öffnet sich. Ich suche die gewünschten Dateien, installiere sie, danach die Gasterweiterungen und zum Abschluss reboote ich Fedora. Bisher verlief alles sehr schön und einfach - einzig der Bootvorgang an sich kommt mir etwas langsam vor.

Beim Öffnen von Pirut fällt mir auf, dass ich da direkt die Arbeitsumgebung anwählen und installieren kann - :idea: das kommt doch direkt auf den Versuch an. Ich entferne also den Haken bei Gnome und setze ihn bei KDE, mal sehen, was jetzt passiert :-)

Hmmm… Ok, das funktioniert so nicht, da er aus unerfindlichen Gründen einige Abhängigkeiten nicht auflösen kann. Es scheint mir so, dass er erstmal den Gnome herunterwirft und dann erst KDE installieren will - hmm, ich würde das ja in anderer Reihenfolge angehen bzw. hätte wohl zuerst explizit KDE installieren und danach Gnome entfernen sollen. Wie auch immer - das System lässt sich nicht mal mehr starten. Ich hab ja wenigstens noch auf die virtuelle Konsole gehofft.

Nun ja, im Normalfall würde ich an diesem Punkt den Test beenden und zugegebener Maßen die letzten Zeilen auch einfach löschen. Aber wie anfangs erwähnt, habe ich parallel das DVD-Installations-ISO heruntergeladen. Dem richte ich seine eigene virtuelle Umgebung ein und beginne die Installation. Das GRUB-Menü der Installations-DVD bietet mir andere Auswahlmöglichkeiten als die Live-CD, neben dem Installationsmodus kann ich auch versuchen, ein System zu retten. Im Anschluss kann ich noch die DVD auf Mängel überprüfen.

Danach kann ich mein System noch in eine bestimmte Richtung biegen. Per Default wird lediglich ein normales Anwender-System installiert. Dies kann durch Pakete zur Softwareentwicklung und/oder den Webserver erweitert werden. Auch eigene Quellen kann ich bereits hier angeben. Als nächster Schritt wird das Installations-Image auf die Festplatte kopiert.

Der Rest der Installation verläuft im Großen und Ganzen analog zur oben beschriebenen.

Ich reboote das System und nach dem Login versuche ich, die Gasterweiterungen zu installieren, diesmal vor dem Update. Doch das lässt sich nicht bewerkstelligen. Die benötigten Kernel-Headers lassen sich absolut nicht installieren, da sie Unstimmigkeiten mit den bereits installierten Kernel-Paketen aufweisen. Da ich Versionskonflikte vermute, versuche ich das System an sich erstmal auf den aktuellen Stand zu bringen. Doch bei der Auflösung der Paketabhängigkeiten rennt das System schier ins Leere. Ich lasse es sogar mehrere Stunden im Hintergrund gewähren. Der Prozessor läuft dabei auf Vollast, es treten jedoch keinerlei Änderungen auf.

Fazit:

Anfangs hinterlässt Fedora noch einen ganz guten Eindruck - zumindest bis ich Veränderungen am System vornehmen will. Da erweist sich die Distribution als absolut zickig. Der Versuch, KDE zun installieren und Gnome zu entfernen, scheitert kläglich. Wenn die Paketverwaltung nicht in der Lage ist, zuerst KDE zum installieren, bevor sie Gnome entfernt, erwarte ich doch zumindest eine Fehlermeldung. Besser finde ich da noch, dass selbst ein Reboot im Keim erstickt wird. Nicht einmal terminalbasiertes Arbeiten ist möglich. :evil:

Die anschließende Installation von der Installations-DVD schlägt schon beim System-Update direkt nach dem ersten Login fehl. Klar ich kann so noch mir Fedora arbeiten, allerdings warten über 600 Pakete auf ihre Aktualisierung.

Abgesehen von diesen Problemen erscheint mir Fedora auch von der Installation, vom Starten und von der Bedienung langsamer als Ubuntu oder der bisherige Primus PCLinuxOS.

So gesehen enden die angepriesenen unendlichen Möglichkeiten eher in einer unendlichen Warterei.

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