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Test: Fedora

Schlagwörter: Fedora 8, VirtualBox

Nach den ent­täuschen­den Tests von open­SuSE 11 (alpha) und vor allem gOS, widme ich mich heute mal wieder einer erwach­se­nen Dis­tri­b­u­tion Smile Die Wahl fällt dabei auf Fedora 8. Auf der Web­seite prangt mir der Slo­gan Fedora 8 — unendliche Möglichkeiten ent­ge­gen — ich bin gespannt.

Die Down­load­seite finde ich etwas ver­wirrend. Als Instal­la­tion­s­medium wird das 3.2 GB DVD-Image angegeben, aber auch eine Desktop-CD ist als ISO-Datei zu haben. Bei­des kann man direkt oder per Tor­rent geladen wer­den. Let­zteres senkt zwar den Traf­fic des Pro­jek­tes, ist mir aber ins­ge­samt zu langsam. Lust, auf die DVD fünf Stun­den zu warte, ver­spüre ich wenig. Und überhaupt, warum muss ich 3,2 GB zur Instal­la­tion down­loaden, wo ich doch über eine Inter­netverbindung ver­füge, so dass ich Pakte leicht nachin­stal­lieren kann.

Da die Live-CD nur einen Bruchteil der Down­load­zeit in Anspruch nimmt, lade ich sie zuerst. So ver­schaffe ich mir erst ein­mal einen Überblick über die Dis­tri­b­u­tion. Das Design finde ich ja ganz schick, nur begrüßt mich schon wieder ein Gnome-Desktop — das wird auf die Dauer echt lang­weilig Wink .

Die Verbindung in die große weite Welt steht sofort, aber das überrascht mich nicht, da es bisher immer funk­tion­iert hat.

Meine Hoff­nung bestätigt sich und auf dem Desk­top finde ich auch einen But­ton zur Instal­la­tion. Diese Starte ich sogle­ich, die DVD ist übrigens immer noch am laden. Der fedora-eigene Instal­la­tion­sas­sis­tent beginnt, seine Arbeit zu ver­richten. Er fragt kurz nach, ob er eine Par­ti­tion­sta­belle schreiben soll und wenn ja, wie. Wie immer wird auch ange­boten, das Ganze automa­tisch zu erledigen.

Im Anschluss muss ich noch die Zeit­zone auswählen, das root-Passwort fes­tle­gen und die Instal­la­tion –oder besser das Kopieren des Live-Systems– beginnt.

Danach folgt ein Reboot und das eigentliche Ein­richten des Sys­tems. Das Bild, das ich nach dem Reboot sehe, kommt mir allerd­ings selt­sam bekannt vor Wink .

Die Ein­rich­tung der fol­gen­den Punkte ist eigentlich selb­sterk­lärend, weswe­gen ich nicht jeden Screen­shot groß kom­men­tiere. Die fedora-eigene Fire­wall kann vorkon­fig­uri­ert, also bes­timmt Dien­ste & Pro­tokolle freigegeben wer­den, oder deak­tiviert wer­den. Ich deak­tiviere sie, da ich nicht so der Fre­und von Desktop-Firewalls bin. Datum und Uhrzeit kön­nen auch via NTP eingestellt wer­den. Fedora bietet hier eigene Server zur Vorauswahl an.

Dann kann ich noch mein Hardware-Profil an den Fedora-Server schicken. doch das will ich nicht. Der Benutzer ist schnell erstellt und schon komme ich an den Login-Screen.

Der Desk­top bietet erwartungs­gemäß nicht viel Unter­schiede zur Live-CD. An die Far­bge­bung kön­nte ich mich gewöh­nen, an Gnome wohl eher nicht Evil .

Per Screen­let werde ich informiert, dass ich das Sys­tem mit über 200 Updates glück­lich machen kann. Oh man — das zu Bestäti­gen ist an dieser Stelle ein echter Fehler. Ich bedaure zu tiefst, dass ich nicht rauche, die Wartezeit auf die Fer­tig­stel­lung hätte knapp eine Fahrt zum näch­sten Polen­markt gerecht­fer­tigt. Das die virtuelle Umge­bung an dem lah­men Update schuld ist, kann ich irgend­wie nicht glauben. Immer wieder muss ich etwas bestäti­gen und ein von der Größe her ver­gle­ich­bares Update unter Ubuntu, läuft schneller ab.

Als näch­stes will ich die Gaster­weiterun­gen von Vir­tu­al­Box instal­lieren, doch das funk­tion­iert out-of-the-box nicht. Das Instal­la­tion­ss­cript meck­ert ein wenig herum, dass ihm einige “unwichtige” Pakete wie make, der Com­piler und die Kernel-Headers fehlen. Um die nachzuin­stal­lieren, suche ich das Fedora-Installationswerkzeug. Das ist auch sehr ein­fach unter Anwen­dun­gen — Soft­ware hinzufügen/entfernen zu finden und Pirut öffnet sich. Ich suche die gewün­schten Dateien, instal­liere sie, danach die Gaster­weiterun­gen und zum Abschluss reboote ich Fedora. Bisher ver­lief alles sehr schön und ein­fach — einzig der Bootvor­gang an sich kommt mir etwas langsam vor.

Beim Öffnen von Pirut fällt mir auf, dass ich da direkt die Arbeit­sumge­bung anwählen und instal­lieren kann — Lamp das kommt doch direkt auf den Ver­such an. Ich ent­ferne also den Haken bei Gnome und setze ihn bei KDE, mal sehen, was jetzt passiert Smile

Hmmm… Ok, das funk­tion­iert so nicht, da er aus unerfind­lichen Grün­den einige Abhängigkeiten nicht auflösen kann. Es scheint mir so, dass er erst­mal den Gnome herun­ter­wirft und dann erst KDE instal­lieren will — hmm, ich würde das ja in anderer Rei­hen­folge ange­hen bzw. hätte wohl zuerst explizit KDE instal­lieren und danach Gnome ent­fer­nen sollen. Wie auch immer — das Sys­tem lässt sich nicht mal mehr starten. Ich hab ja wenig­stens noch auf die virtuelle Kon­sole gehofft.

Nun ja, im Nor­mal­fall würde ich an diesem Punkt den Test been­den und zugegebener Maßen die let­zten Zeilen auch ein­fach löschen. Aber wie anfangs erwähnt, habe ich par­al­lel das DVD-Installations-ISO herun­terge­laden. Dem richte ich seine eigene virtuelle Umge­bung ein und beginne die Instal­la­tion. Das GRUB-Menü der Installations-DVD bietet mir andere Auswahlmöglichkeiten als die Live-CD, neben dem Instal­la­tion­s­modus kann ich auch ver­suchen, ein Sys­tem zu ret­ten. Im Anschluss kann ich noch die DVD auf Män­gel überprüfen.

Danach kann ich mein Sys­tem noch in eine bes­timmte Rich­tung biegen. Per Default wird lediglich ein nor­males Anwender-System instal­liert. Dies kann durch Pakete zur Soft­wa­reen­twick­lung und/oder den Web­server erweit­ert wer­den. Auch eigene Quellen kann ich bere­its hier angeben. Als näch­ster Schritt wird das Installations-Image auf die Fest­platte kopiert.

Der Rest der Instal­la­tion ver­läuft im Großen und Ganzen ana­log zur oben beschriebenen.

Ich reboote das Sys­tem und nach dem Login ver­suche ich, die Gaster­weiterun­gen zu instal­lieren, dies­mal vor dem Update. Doch das lässt sich nicht bew­erk­stel­li­gen. Die benötigten Kernel-Headers lassen sich abso­lut nicht instal­lieren, da sie Unstim­migkeiten mit den bere­its instal­lierten Kernel-Paketen aufweisen. Da ich Ver­sion­skon­flikte ver­mute, ver­suche ich das Sys­tem an sich erst­mal auf den aktuellen Stand zu brin­gen. Doch bei der Auflö­sung der Paketab­hängigkeiten rennt das Sys­tem schier ins Leere. Ich lasse es sogar mehrere Stun­den im Hin­ter­grund gewähren. Der Prozes­sor läuft dabei auf Vol­last, es treten jedoch kein­er­lei Änderun­gen auf.

Fazit:

Anfangs hin­ter­lässt Fedora noch einen ganz guten Ein­druck — zumin­d­est bis ich Verän­derun­gen am Sys­tem vornehmen will. Da erweist sich die Dis­tri­b­u­tion als abso­lut zickig. Der Ver­such, KDE zun instal­lieren und Gnome zu ent­fer­nen, scheit­ert kläglich. Wenn die Paketver­wal­tung nicht in der Lage ist, zuerst KDE zum instal­lieren, bevor sie Gnome ent­fernt, erwarte ich doch zumin­d­est eine Fehler­mel­dung. Besser finde ich da noch, dass selbst ein Reboot im Keim erstickt wird. Nicht ein­mal ter­mi­nal­basiertes Arbeiten ist möglich. Evil

Die anschließende Instal­la­tion von der Installations-DVD schlägt schon beim System-Update direkt nach dem ersten Login fehl. Klar ich kann so noch mir Fedora arbeiten, allerd­ings warten über 600 Pakete auf ihre Aktualisierung.

Abge­se­hen von diesen Prob­le­men erscheint mir Fedora auch von der Instal­la­tion, vom Starten und von der Bedi­enung langsamer als Ubuntu oder der bish­erige Primus PCLinuxOS.

So gese­hen enden die ange­priese­nen unendlichen Möglichkeiten eher in einer unendlichen Warterei.

Geschrieben am 10.04.2008 von Sven in Aktuelles, Linux, Prüfstand · Kommentare deaktiviert
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