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Donnerstag, 7. August 2008 um 17:29 Uhr

Der KDE´s Standard-Chatclient Kopete hat ein Facelift im Qt4-Stil bekommen. Jedoch nicht nur optisch wurden Veränderungen vorgenommen, sondern auch funktional. Veränderungen bedeuteten aber in diesem Fall nicht zwangsläufig Verbesserungen.

Da sich die negativen Eindrücke allerdings in Grenzen halten, will ich diese direkt am Anfang nennen.

Auch wenn das IRC-Protokoll nun doch schon etwas betagt ist und in vielen Dingen von Jabber beerbt wurde,  so sollte es doch nicht gleich ganz außen vor gelassen werden. Was die Version 0.12 unter KDE 3 noch konnte, hat man bei 0.50 ausgespart. Letztere bietet keine Möglichkeit mehr, ein IRC-Konto einzurichten. Einseits könnte man jetzt als Grund anführen, dass Kopete noch nie der perfekte IRC-Client war. Zumal es für KDE in diesem Bereich übermächtige Konkurrenz namens Konversation gibt. Konversation hat nur den Nachteil, dass sein KDE4-Port noch nicht fertig gestellt wurde. Andererseits wäre es schön, wenn man als User die Wahl gehabt hätte. Vielleicht wird die Funktionalität auch noch nachgeliefert. Da ich persönlich eher selten IRC nutze, bietet sich mir als Alternative Opera an. Dessen IRC-Client bietet mir als Gelegenheitsnutzer übergangsweise genügend Funktionalität. Prinzipiell benötige ich IRC auch nur für den Support-Chat, da ist Opera  ausreichend.

Kopete und Zugänge

Weitaus nervender ist die Tatsache, dass die bekannte und bewährte Sprechblase anscheinend ebenfalls ausgedient hat. Sie wurde durch einen Nachrichtenstapel ersetzt. Die Bezeichnung ist dabei wörtlich gemeint. So lange kein Chatfenster für den Kontakt geöffnet wird, der einen angeschrieben hat, so lange bleibt die Benachrichtigung im Vordergrund. Als ob das nicht nervend genug wäre, bekommt man eine erneute Nachricht, so wird die alte Benachrichtigung nicht etwa ersetzt - nein- die neue setzt sich drunter und bleibt dort auch. Dem kann nur entgegengewirkt werden, wenn man das Chatfenster öffnet. In diesem Fall bleibt das Popup weg und nur das Kopete-Symbol in der Taskleiste blinkt bei neuen Nachrichten. Im Anfangsstadium musste sogar das Chatfenster Fokus haben, damit das Popup nicht angezeigt wird. Dies galt sogar für verschiedene Unterfenster im Chatfenster. Das wurde allerdings bereinigt. Ich finde die Sprechblase der 3er-Version nicht nur ansprechender, sondern auch viel funktionaler.

Popups

Soviel in Sachen Kritik, natürlich bietet Kopete auch einige Neuerungen und Verbesserungen. Abgesehen von der gerade erwähnten Benachrichtigung ist das Programm optisch ein Hingucker. Naturgemäß bindet es sich bestens in KDE und seine Programme, wie Kontact, ein. Der Stil des Nachrichtenfensters kann wie gehabt mit Hilfe von Themes angepasst werden. Diese lassen sich komfortabel direkt aus dem Programm heraus von kde-look.org herunterladen und einbinden. Gleiches gilt für Smilie-Themes. Letztere können allerdings auch KDE-weit über Systemeinstellungen » Allgemein » Erscheinungsbild » Emoticons installiert und verwaltet werden.

Ebenfalls verbucht Kopete nun auf der Haben-Seite, dass das OTR-Modul (so nennen sich die Plugins) direkt integriert ist und nicht mehr extra nachinstalliert werden muss. Erstmals können Dateien von ICQ-Kontakten empfangen und an sie versendet werden. Unterstützt werden übrigens auch die ICQ-Xtraz-Status.

Das Jabber-Protokoll genießt ebenfalls weitestgehende Unterstützung. Neben der Möglichkeit Prioritäten zu setzen, kann man auch an MUC-Räumen teilnehmen.  Diese werden als Lesezeichen gespeichert und können so beim nächsten Mal wieder genutzt werden. Etwaige Passworte werden gespeichert. Eine Verbindung zum MUC bleibt allerdings nur so lange bestehen, wie das Chatfenster geöffnet ist. Die jeweilige Stimmung kann den Jabber-Buddies ebenfalls signalisiert werden. Einzig die Möglichkeit, bestimmte Ressourcen zu benennen, fehlt.

Wer eine Vielzahl von Benutzerkonten sein Eigen nennt, kann diese einfacher durch verschiedene Identitäten verwalten. Jeder Identität können verschiedene Zugänge zugewiesen werden. Die Übersicht kann man sich per Mausklick in der Kontaktliste anzeigen lassen. Das Kontextmenü, dass sich beim Rechtsklick auf einen Zugang öffnet, bietet weitere Konfigurationsmöglichkeiten und Funktionen. Diese sind jedoch vom jeweiligen Protokoll abhängig. So lassen sich zum Beispiel die Jabber-MUC-Räume erreichen oder Status setzen. Für letztere gibt es verbesserte Konfigurations- und Verwaltungsmöglichkeiten.

Chatfenstereinstellungen Module Status und Abwesenheitsnachrichten

Zusammenfassend kann man sagen, dass der neue Kopete recht gut gelungen ist. Abzüge gibt´s allerdings in der B-Note, vor allem was die Benachrichtigung und den IRC-Support betrifft.

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