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Donnerstag, 7. August 2008 Uhr

Der KDE´s Standard-Chatclient Kopete hat ein Face­lift im Qt4-Stil bekom­men. Jedoch nicht nur optisch wur­den Ver­än­de­run­gen vor­ge­nom­men, son­dern auch funk­tio­nal. Ver­än­de­run­gen bedeu­te­ten aber in die­sem Fall nicht zwangs­läu­fig Verbesserungen.

Da sich die nega­ti­ven Ein­drü­cke aller­dings in Gren­zen hal­ten, will ich diese direkt am Anfang nennen.

Auch wenn das IRC-Protokoll nun doch schon etwas betagt ist und in vie­len Din­gen von Jab­ber beerbt wurde, so sollte es doch nicht gleich ganz außen vor gelas­sen wer­den. Was die Ver­sion 0.12 unter KDE 3 noch konnte, hat man bei 0.50 aus­ge­spart. Letz­tere bie­tet keine Mög­lich­keit mehr, ein IRC-Konto ein­zu­rich­ten. Ein­seits könnte man jetzt als Grund anfüh­ren, dass Kopete noch nie der per­fekte IRC-Client war. Zumal es für KDE in die­sem Bereich über­mäch­tige Kon­kur­renz namens Kon­ver­sa­tion gibt. Kon­ver­sa­tion hat nur den Nach­teil, dass sein KDE4-Port noch nicht fer­tig gestellt wurde. Ande­rer­seits wäre es schön, wenn man als User die Wahl gehabt hätte. Viel­leicht wird die Funk­tio­na­li­tät auch noch nach­ge­lie­fert. Da ich per­sön­lich eher sel­ten IRC nutze, bie­tet sich mir als Alter­na­tive Opera an. Des­sen IRC-Client bie­tet mir als Gele­gen­heits­nut­zer überg­angs­weise genü­gend Funk­tio­na­li­tät. Prin­zi­pi­ell benö­tige ich IRC auch nur für den Support-Chat, da ist Opera ausreichend.

Kopete und Zugänge

Weit­aus ner­ven­der ist die Tat­sa­che, dass die bekannte und bewährte Sprech­blase anschei­nend eben­falls aus­ge­dient hat. Sie wurde durch einen Nach­rich­ten­sta­pel ersetzt. Die Bezeich­nung ist dabei wört­lich gemeint. So lange kein Chat­fens­ter für den Kon­takt geöff­net wird, der einen ange­schrie­ben hat, so lange bleibt die Benach­rich­ti­gung im Vor­der­grund. Als ob das nicht ner­vend genug wäre, bekommt man eine erneute Nach­richt, so wird die alte Benach­rich­ti­gung nicht etwa ersetzt - nein- die neue setzt sich drun­ter und bleibt dort auch. Dem kann nur ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den, wenn man das Chat­fens­ter öffnet. In die­sem Fall bleibt das Popup weg und nur das Kopete-Symbol in der Tas­kleiste blinkt bei neuen Nach­rich­ten. Im Anfangs­sta­dium musste sogar das Chat­fens­ter Fokus haben, damit das Popup nicht ange­zeigt wird. Dies galt sogar für ver­schie­dene Unter­fens­ter im Chat­fens­ter. Das wurde aller­dings berei­nigt. Ich finde die Sprech­blase der 3er-Version nicht nur anspre­chen­der, son­dern auch viel funktionaler.

Popups

Soviel in Sachen Kri­tik, natür­lich bie­tet Kopete auch einige Neue­run­gen und Ver­bes­se­run­gen. Abge­se­hen von der gerade erwähn­ten Benach­rich­ti­gung ist das Pro­gramm optisch ein Hin­gu­cker. Natur­ge­mäß bin­det es sich bes­tens in KDE und seine Pro­gramme, wie Kon­tact, ein. Der Stil des Nach­rich­ten­fens­ters kann wie gehabt mit Hilfe von The­mes ange­passt wer­den. Diese las­sen sich kom­for­ta­bel direkt aus dem Pro­gramm her­aus von kde-look.org her­un­ter­la­den und ein­bin­den. Glei­ches gilt für Smilie-Themes. Letz­tere kön­nen aller­dings auch KDE-weit über Sys­tem­ein­stel­lun­gen » All­ge­mein » Erschei­nungs­bild » Emo­ti­cons instal­liert und ver­wal­tet werden.

Eben­falls ver­bucht Kopete nun auf der Haben-Seite, dass das OTR-Modul (so nen­nen sich die Plugins) direkt inte­griert ist und nicht mehr extra nach­in­stal­liert wer­den muss. Erst­mals kön­nen Dateien von ICQ-Kontakten emp­fan­gen und an sie ver­sen­det wer­den. Unter­stützt wer­den übri­gens auch die ICQ-Xtraz-Status.

Das Jabber-Protokoll genießt eben­falls wei­test­ge­hende Unter­stüt­zung. Neben der Mög­lich­keit Prio­ri­tä­ten zu set­zen, kann man auch an MUC-Räumen teil­neh­men. Diese wer­den als Lese­zei­chen gespei­chert und kön­nen so beim nächs­ten Mal wie­der genutzt wer­den. Etwaige Pass­worte wer­den gespei­chert. Eine Ver­bin­dung zum MUC bleibt aller­dings nur so lange beste­hen, wie das Chat­fens­ter geöff­net ist. Die jewei­lige Stim­mung kann den Jabber-Buddies eben­falls signa­li­siert wer­den. Ein­zig die Mög­lich­keit, bestimmte Res­sour­cen zu benen­nen, fehlt.

Wer eine Viel­zahl von Benut­zer­kon­ten sein Eigen nennt, kann diese ein­fa­cher durch ver­schie­dene Iden­ti­tä­ten ver­wal­ten. Jeder Iden­ti­tät kön­nen ver­schie­dene Zugänge zuge­wie­sen wer­den. Die Über­sicht kann man sich per Maus­klick in der Kon­takt­liste anzei­gen las­sen. Das Kon­text­menü, dass sich beim Rechts­klick auf einen Zugang öffnet, bie­tet wei­tere Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten und Funk­tio­nen. Diese sind jedoch vom jewei­li­gen Pro­to­koll abhän­gig. So las­sen sich zum Bei­spiel die Jabber-MUC-Räume errei­chen oder Sta­tus set­zen. Für letz­tere gibt es ver­bes­serte Konfigurations- und Verwaltungsmöglichkeiten.

Chatfenstereinstellungen Module Status und Abwesenheitsnachrichten

Zusam­men­fas­send kann man sagen, dass der neue Kopete recht gut gelun­gen ist. Abzüge gibt´s aller­dings in der B-Note, vor allem was die Benach­rich­ti­gung und den IRC-Support betrifft.

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2 Kommentare

Kommentar von Tony Wasserka

Hi, auch wenn die­ser Blog­ein­trag schon ein wenig älter ist, einige Hin­weise:
1. Das IRC Pro­to­kol war beim Release von KDE 4 noch nicht voll­stän­dig por­tiert, die Arbei­ten daran schrei­ten jedoch immer noch voran (ich hab es letz­tens aus­pro­biert, es ist immer noch ziem­lich insta­bil, aber es “funk­tio­niert”)
2. Zu den Sprech­bla­sen: Sind noch nicht in KDE 4.1.3, aber in der zwei­ten Beta von KDE 4.2.

Ansons­ten eine sehr gute Zusam­men­fas­sung vom momen­ta­nen Sta­tus von Kopete Grin

 

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