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Intrepid Ibex: Erste Eindrücke

Schlagwörter: Kubuntu Intrepid Ibex 8.10

Gestern wurde die Beta der neuen Ubuntu-Version 8.10, Code­name Intre­pid Ibex, veröf­fentlicht. Wie ich schon hier berichtete, kon­nte ich nicht ganz wider­ste­hen und instal­lierte mir das gute Stück sofort. Hier erscheint nun, wenn auch lei­der leicht ver­spätet Oops! , mein Bericht dazu.

Im die Span­nung etwas zu ver­ringern — ich ver­fasse diesen Artikel unter Hardy Heron 8) .

War­nung

Wer KDE 3 im Ein­satz hat und nicht auf KDE 4 wech­seln möchte, darf Intre­pid nicht instal­lieren. Für diese Ver­sion wird kein KDE 3 als kom­plette Arbeit­sumge­bung mehr ausgeliefert.

Vor­bere­itun­gen

Wie immer halte ich mich auch dieses Mal an den Grundsatz:

:!: Keine Änderung am Sys­tem ohne Backup der Daten! :!:

Für die Sicherung meiner Daten, Bilder, Musik etc. nutze ich ein selb­st­geschriebenes Perlscript, das meine Daten unter zu Hil­fe­nahme von rsync auf eine externe USB-Fesplatte kopiert. Anschließend fer­tige ich einen Klon meiner Root­par­ti­tion / und meines [[Benutzerverzeichnis|Benutzerverzeichnisses]] /home mit der LiveCD [[Clonezilla]] an. Auf diesem Weg habe ich ein­mal meine Daten auf der USB-Festplatte gespiegelt und auch mein kom­plettes Sys­tem gesichert. Dieses kann ich jed­erzeit “zurück-klonen” und habe dann wieder ein per­fekt laufendes Hardy Heron zum Arbeiten.

Upgrade

Um die Ein­steiger­fre­undlichkeit von Ubuntu zu testen, ver­suche ich meine beste­hen­des Hardy direkt auf Intre­pid zu aktu­al­isieren. Dafür lasse ich allerd­ings sämtliche Vorar­beiten weg und ver­suche mein Glück. Im Nor­mal­fall soll­ten allerd­ings fol­gende Schritte als Min­i­mum durchge­führt werden:

  • Instal­la­tion des entsprechen­den Desktop-[[Metapaket|Metapakets]] » ubuntu-desktop, kubuntu-desktop, kubuntu-kde4-desktop bzw. xubuntu-desktop
  • Ent­fer­nen pro­pri­etärer Grafikkar­ten­treiber, z.B. [[envy]] oder selb­stkom­pilierter Treiber
  • Fremdquellen deak­tivieren
  • Auto-Login deak­tivieren

Der ein­fach­ste Weg, das Upgrade durchzuführen, ist die Ver­wen­dung des Update­m­an­agers. Dieser ist auf Kubuntu-Systemen stan­dard­mäßig nicht instal­liert. Daher hole ich dies nach:

sudo apt-get install update-manager

Alter­na­tiv kön­nte man auch in der [[sources.list]] ein­fach die Beze­ich­nung hardy mit intre­pid austauschen.

Den Update­m­an­ager starte ich mit fol­gen­dem Befehl:

sudo update-manager –d

Es öffnet sich eine GUI und mir wird mit­geteilt, dass ein neue Ver­sion von Ubuntu ver­füg­bar ist. Diese lasse ich sogle­ich instal­lieren. Zunächst deak­tiviert das Tool meine Fremdquellen. Dann zeigt er mir an, wieviele Pakete aktu­al­isiert und welche ent­fernt wer­den sollen. Da ich die [[Paketquelle]] des Kubuntu-Entwicklerteams und somit [[KDE]] 4.1 ver­wende, schwant mir schon nichts Gutes, als ich die Mel­dung sehe, dass eben diese Pakete alle­samt ent­fernt wer­den sollen.

Nach einer flot­ten Down­load– und Instal­la­tion­szeit ist es dann soweit und ich kann den Rech­ner neu starten. In der Zwis­chen­zeit musste ich nur ein paar Lizen­zen zus­tim­men und die Ein­rich­tung des neuen, ver­schlüs­sel­ten Pri­vate–Verze­ich­nisses zustimmen.

Ich wähle als erstes den neuen Intrepid-Kernel 2.6.27 zum Booten aus. Der bringt mich allerd­ings nur zu einem schwarzen Bild­schirm mit blink­en­dem Cur­sor Monkey . Per Reset starte ich also den noch vorhan­de­nen Hardy-Kernel 2.6.24, so komme ich wenig­stens bis zum Start des Anmelde­m­an­agers. Selbst nach einem xfix im neuen Recovery-Modus kann ich allerd­ings immer noch nicht so richtig meinen KDE starten. Ent­nervt gebe ich zunächst auf und starte eine neue Installation.

Neuin­stal­la­tion

Da ein Upgrade nicht so ein­fach durch­führbar ist, instal­liere ich mir Intre­pid neu. Auch die Instal­la­tion bietet gle­ich am Anfang eine Neuerung. Ich kann wählen, ob mein Tas­taturlay­out automa­tisch erkannt wer­den soll. Dazu muss ich allerd­ings nervige Buch­stabenkom­bi­na­tio­nen eingeben — kurz: die manuelle Auswahl des Tas­taturlay­outs ist ein­facher und schneller.

Anson­sten ver­läuft die Instal­la­tion ana­log zu den bere­its bekan­nten. Nur die schon erwäh­nte Möglichkeit, ein ver­schlüs­seltes pri­vates Verze­ich­nis im eige­nen Benutzerverze­ich­nis zu erstellen, ist neu. Nach dem erfol­gre­ichen Auf­spie­len des Sys­tems (ich habe nur das [[Wurzelverze­ich­nis]] neu erstellen lassen, mein /home–Verze­ich­nis blieb unberührt), starte ich den Rech­ner neu.

Der Reboot ver­läuft auch prob­lem­los, bis KDE ges­tartet wer­den soll. Zunächst wer­den ich darauf hingewiesen, dass es die eingestellte Ses­sion KDE4 nicht mehr gibt, was auch den Auto-Login ziem­lich unmöglich macht. Und schon wird mir ziem­lich flau im Magen Monkey :

Intre­pid Ibex wird nicht mehr im Remix von KDE3 und KDE4 aus­geliefert, son­dern bietet nur noch KDE4 an. In diesem sind die weni­gen noch nicht portierten KDE3-Programme enthal­ten. Es existiert allerd­ings keine Tren­nung der [[Konfigurationsverzeichnis|Konfigurationsverzeichnisse]] .kde und .kde4, wie ich die von Hardy kenne, mehr. Das bedeutet, in meinem vorhan­de­nen Benutzerverze­ich­nis greift KDE nur auf das Verze­ich­nis .kde zu. Dort liegen aber nur die Ein­stel­lun­gen der KDE3-Programme. Das Hinüberkopieren der Dateien aus dem Verze­ich­nis .kde4 quitiert [[Kon­tact]] schon beim Start mit einer Fehler­mel­dung. Ver­schiedene Pfade in den Kon­fig­u­ra­tio­nen sind nun falsch, da sie ja noch auf das alte Verze­ich­nis verweisen.

Das Ganze kön­nte man wohl manuell berichti­gen, etwa durch ein Edi­tieren der Kon­fig­u­ra­tions­dateien oder durch das Set­zen eines sym­bol­is­chen Links. Allerd­ings ist der Mis­ch­be­trieb ja “nur” eine Phase in Hardy gewe­sen und die neue bzw. alte Struk­tur wird ja in der näch­sten Zeit nicht mehr geän­dert wer­den. Diese Überlegun­gen ver­an­lassen mich dazu, den Hardy-Klon wieder zurück­zus­piegeln. Vorher teste ich allerd­ings ein wenig Intrepid.

Fazit

Pos­i­tiv fällt mir auf, dass KDE um einige Funk­tio­nen erweit­ert wurde. Diese will ich aber nur stich­punk­tar­tig anreißen:

  • KGRUBE­d­i­tor ermöglicht das Ein­stellen des GRUB
  • gtk-qt-engine ver­leiht GTK-Programmen den QT4-Look
  • DigiKam 0.10 portiertes DigiKam, lei­der mit weniger Funktionen
  • [[proprietär|proprietärer]] Grafikkar­ten­treiber lässt sich ein­fach installieren

Anson­sten gibts natür­lich noch zahlre­iche weit­ere Verbesserun­gen, was Sta­bil­ität der Pro­gramme und deren Funk­tion­al­ität angeht. Pos­i­tiv überraschte mich auch die Boot-Dauer des Rech­n­ers, welcher fast 50% schneller startete. In konkreten Zahlen heißt dies, von GRUB bis KDM:

  • Intre­pid Ibex » 30 Sekunden
  • Hardy Heron » 55 Sekunden

Wo Licht ist, ist natür­lich auch Schat­ten — so ist die deutsche Lokalisierung der KDE-Programme noch sehr dürftig bis nicht exis­tent. Auch in der .bashrc musste ich Anpas­sun­gen vornehmen, damit Pro­gramme deutsch mit mir reden. Meine Logitech-Webcam läuft nicht mehr out-of-the-Box. Das und einige Kleinigkeiten wären auch dur­chaus vertret­bar — allerd­ings scheinen einige Pro­gramme mit dem schon vorhan­de­nen Ein­stel­lun­gen nicht klarzukom­men. [[KMail]] weigert sich stand­haft, E-Mails zu emp­fan­gen, Iden­titäten etc sind nicht vorhanden.

Darin begrün­det sich auch mein Entschluss, wieder zurück zu Hardy zu gehen. Es ist nicht abse­hbar, welche Schwierigkeiten der Kon­fig­u­ra­tionssalat später haben wird. Sämtliche Ein­stel­lun­gen für KDE-Programme müsste ich also zur Sicher­heit manuell neu vornehmen. Bevor ich mir diese Arbeit mache, warte ich jedoch lieber das finale Release ab.

Geschrieben am 04.10.2008 von Sven in Aktuelles, Linux · 2 Kommentare
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  1. […] dem der Artikel zum Upgrade etwas länger wer­den wird, werde ich ihn an anderer Stelle fort­set­zen. Abgelegt unter: Linux, Tages­geschehen Autor: […]

  2. […] von Intre­pid Ibex umzusteigen, packt mich die Neugier wieder und ich will es wis­sen. Beim let­zten Mal habe ich mein vorhan­denes Benutzerverze­ich­nis beibehal­ten, was einiges an Kom­p­lika­tio­nen nach sich […]


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