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Test: Firefox vs. Opera vs. Konqueror

Schlagwörter: Firefox, Konqueror, Opera

Wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Dass solch weise Worte zutr­e­f­fen, ist nicht immer der Fall. Wer sich jedoch die Zeit nimmt und die Mühe macht, einen Browser zu finden, der in allen Punk­ten den eige­nen Ansprüchen genügt, wird diese Weisheit bestätigt finden.

Den Mark­t­führer unter den Browsern, den Inter­net Explorer (IE), lasse ich bewusst außen vor — ist er doch mehr Krankheit als Browser Evil . Nein — Spaß bei Seite — den IE nutze ich nur zu Testzwecken, etwa um die Darstel­lung meiner Web­seiten unter Win­dows zu kon­trol­lieren. Eine halb­wegs objek­tive Mei­n­ung traue ich mir daher, genau wie über Apple-Browser Safari, nicht zu. Was ich nicht nutze, kann ich auch nicht beurteilen.

Als beken­nen­der Linux– bzw. Kubuntu-Nutzer drän­gen sich mir die drei Browser aus der Überschrift auf: [[Fire­fox]] 3.03, [[Opera]] 9.60 und Kon­queror in der Ver­sion für [[KDE]] 4.1.1. Alle drei sind übrigens auch für Win­dows ver­füg­bar. Die gängi­gen Plu­g­ins für [[Flash]] und [[Java-Plugin]] funk­tion­ieren in jedem.

Alle drei zeigen auch die Web­seiten (meist) kor­rekt an — Aus­nah­men treten eigentlich nur bei schlampiger Pro­gram­mierung auf oder wenn Web­seiten auf einen Browser, gewöhn­lich den IE, “opti­miert” wur­den. Beide Fak­toren ergänzen sich auch hervorragend.

1 Firefox 2 Opera 3 Konqueror

Der Primus ist ganz klar der Fire­fox. Seine “mod­u­lare” Auf­bauweise, die es fast unbeschränkt ermöglicht, ihn in Funk­tion­al­ität und Erschei­n­ungs­bild zu ergänzen, stellt alle anderen Browser in den Schat­ten. Trotz­dem oder ger­ade deshalb muss er sich den Vor­wurf gefallen lassen, dass er manch­mal etwas träge und spe­icher­hun­grig daherkommt.

Dafür bietet er aber eine große Anzahl an Add-ons, die nicht nur das alltägliche Sur­fen, son­dern auch das pro­fes­sionelle Arbeiten erle­ichtern. Ich denke da an die Add-ons Html Val­ida­tor oder Web Devel­oper, die wohl aus dem All­tag eines Weben­twick­lers kaum noch wegzu­denken sind. Eben­falls lässt sich Fire­fox in Sachen Sicher­heit um einiges erweit­ern, Script– und Wer­be­block­ern sei Dank.

Ich muss nicht weiter erwäh­nen, dass Fire­fox wie selb­stver­ständlich mit den Web­stan­dards umgeht. Die von mir gern genutzte automa­tis­che Rechtschreibkon­trolle lässt sich per Add-on nachrüsten. In Punkto Funk­tion­al­ität und Ein­satzmöglichkeit bleibt kaum ein Wun­sch unbefriedigt.

Nicht zuletzt ist Fire­fox der einzige Browser, in dem die Vor– und Zurück– (Daumen-) Tas­ten meiner Maus Out-Of-The-Box funktionieren.

Opera dage­gen besticht durch sein schlankes Design, das auch durch ver­schiedene Themes erweit­ert wer­den kann. Als einziger der drei Kan­di­daten ist er kein [[Open Source]]-Produkt son­dern [[pro­pri­etär]]. Er ist, zumin­d­est sub­jek­tiv, der schnell­ste Browser. Von Haus aus bietet er die meiste Funk­tion­al­ität (siehe [[Opera#Features|Wiki]]), ohne dass Add-ons instal­liert wer­den müssen oder kön­nten. An deren Stellen wer­den Wid­gets ange­boten. Einige sind zwar ganz nett, mehr aber auch nicht. Das Entwick­ler­w­erkzeug Drag­on­fly ist lei­der noch im Alpha-Stadium und somit nur bed­ingt einsetzbar.

Her­ausstechend ist, dass Opera nicht nur als Browser son­dern auch als Feed-Reader, E-Mail– und IRC-Client genutzt wer­den kann und zwar von Haus aus. Da er dies hard­warescho­nend umsetzt, kann er auf älteren Sys­te­men als All-in-One–Werkzeug einge­setzt werden.

Neg­a­tiv (und das ent­ge­gen dem aktuellen Trend) fällt mir aber immer wieder auf, dass Opera nur bed­ingt mit neuester Web 2.0 — Tech­nolo­gie umge­hen kann. Immer wieder kommt es zu Fehlern, wenn man tinyMCE nutzt. Dies ist die WYSIWYG-Editor-Oberfläche, die z.B in vie­len Foren oder anderen Web 2.0-Applikationen, wie [[Word­press]], ver­wen­det wird. Als Foren-Moderator und Blog­ger ist dies für mich natür­lich ziem­lich hin­der­lich. Ger­ade let­zteres zwingt mich beim Bloggen (Word­Press ist die Tech­nolo­gie hin­ter diesem Blog) immer wieder, den Browser zu wech­seln und zu Fire­fox zu greifen. Weit­er­hin ist die Rechtschreibprü­fung während der Eingabe ein echtes Manko, da diese gar nicht vorhan­den ist. Ger­ade beim Ver­fassen von län­geren Tex­ten im Blog oder im Wiki ist sie aber ein Muss. Eine Prü­fung des gesamten Textes nach dessen Fer­tig­stel­lung erweist sich in der Praxis dann doch meist als unprak­tik­a­bel. Bei Tipp– oder son­sti­gen Fehlern ist es ein­fach pro­duk­tiver, sofort auf diese aufmerk­sam gemacht zu werden.

Kon­queror als Drit­ter im Bunde ern­tete schon früh Lor­beeren, war er doch der erste Browser, der unter Linux weit­ge­hend absturzfrei einge­setzt wer­den kon­nte. Das war zu einer Zeit, als der IE noch das Non­plusul­tra darstellte, Mozilla noch gar nicht existierte, Netscape von regelmäßi­gen Abstürzen heimge­sucht wurde und Safari aus ihm her­vorg­ing. Auch heute noch ist er ein leis­tungs­fähiger Browser für den KDE. Da er ein Nis­chen­da­sein führt, wer­den die wenig­sten Web­seiten auf seine Bedürfnisse angepasst. Da er sich doch stark an die W3C-Vorgaben ori­en­tiert, reagiert er rel­a­tiv bockig auf nicht kon­for­men Code. Dies fällt meist bei der Schriften-Darstellung ins Gewicht. Ein absolutes NoGo für ihn ist der tinyMCE, was lei­der für mich eben­falls ein KO-Kriterium in Bezug auf seine Nutzung darstellt. Die JavaScript-Engine von Kon­queror ist dem javascript-basierenden Browser-Editor ein­fach inkom­pat­i­bel — oder auch umgekehrt.

Dabei bietet Kon­queror von Haus aus eine per­fekte Eingliederung in die KDE-Arbeitsumgebung. Für ihn wer­den einige Add-ons direkt über die Paketver­wal­tung von Kubuntu geboten, etwa ein Wer­be­blocker, der Webarchivierer oder ein HTML-Validator. Er nutzt die Rechtschreibprü­fung von KDE, die für mich die übersichtlich­ste ihrer Art ist. Sie unter­stre­icht falsch Geschriebenes nicht ein­fach nur, son­dern stellt es während der Eingabe kom­plett in roter Schrift­farbe dar.

Wer die Wahl hat, hat die Qual …

… und so nutzte ich eine Zeit lang die drei Browser par­al­lel. Opera als mein Favorit zum all­ge­meinen Sur­fen und für die Fore­nar­beit, Fire­fox fürs Bloggen und den Kon­queror zum Ver­fassen von Wiki-Artikeln. Ich denke, es ist nicht allzu schwer nachzu­vol­lziehen, dass dies auf Dauer eher belas­tend, denn entspan­nend ist. Das fängt bei Starten des jew­eili­gen Pro­gramms an und setzt sich bis hin zum Spe­ich­ern der Book­marks fort.

Fazit

Gen­ervt von der eben beschriebe­nen Sit­u­a­tion blieb mir nur eine Lösung:

Da Fire­fox der flex­i­bel­ste der beschriebe­nen Browser ist, habe ich mir die Mühe gemacht die Funk­tion­al­itäten, die ich bei ihm im Ver­gle­ich zu Opera ver­misst habe, per Add-ons nachzurüsten. Soweit ich das zu diesem Zeit­punkt beurteilen kann, ist mir das auch ziem­lich zufrieden­stel­lend gelun­gen. Ich werde zeit­nah habe hier eine Liste der von mir genutzten Plu­g­ins veröffentlichen.

Geschrieben am 26.09.2008 von Sven in Aktuelles, Firefox, Linux, Programmtipp, Prüfstand · 5 Kommentare
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5 Komentare auf “Test: Firefox vs. Opera vs. Konqueror”

  1. Buba sagt:

    Beim Lesen des Artikels fällt mir eins auf, und zwar, dass eins der Haupt­the­men bei der Browser­wahl gar nicht berück­sichtigt wurde: Die AdBlock-Geschichte!

    Grad Fire­fox ist durch die Mod­u­lar­isierung und Erweit­er­barkeit (mit Adblock Plus) nahezu wer­be­frei. Bei Opera gibt es im Prinzip eine (sehr aufwendige) ähnliche Vari­ante, wo ich aber weder hier noch in deinem Wiki was zu finden kon­nte (so was wie eine vorge­fer­tigte Datei quasi), und bei Kon­querer weiß ich dies­bezüglich lei­der gar nichts.

    Also, da besteht Nachholbedarf! Smile

    • Sven sagt:

      […] Also, da besteht Nach­holbe­darf!
      …wenn du meinen Artikel aufmerk­sam liest, wirst du bemerken, dass ich für Fire­fox und Kon­queror die Wer­be­blocker erwähne. Wenn ich mich recht entsinne, dann hast du mir sogar vom Konqueror-Feature erzählt 8) . Dieses ist schon per Default instal­liert und kann in den Ein­stel­lun­gen unter Wer­be­filter ergänzt/eingesehen werden.

      Das entsprechende Add-On für Fire­fox ist in meiner Übersicht Firefox-Erweiterungen unter Ansichtssachen aufgeführt.

      Opera sel­ber bietet diese Funk­tion nicht. Das ist his­torisch begrün­det, da er in früheren Ver­sio­nen direkt Wer­bung enthielt, um sich zu finanzieren. Es gibt die Möglichkeit, Con­tent per Recht­sklick zu fil­tern, eine beste­hende Fil­terliste zu importieren oder eine kom­merzielle Lösung zu nutzen — hast recht, das sollte ich ggf. noch im Wiki ergänzen.

  2. Hannes sagt:

    fällt mir aber immer wieder auf, dass Opera nur bed­ingt mit neuester Web 2.0 — Tech­nolo­gie umge­hen kann. Immer wieder kommt es zu Fehlern“
    Das sehe ich ganz und gar­nicht so. Opera kann damit sehr gut umge­hen und kann sogar mit ganz neue Stan­darts umge­hen. Was gegen den Trent ist, dass Fire­Fox ein­fach Fehler in Web­seiten ignori­ert und dem Homepage-Autor eine funk­tion­ierende Web­seite vor­gaukelt, dass kann schlimme Auswirkun­gen haben! Dieses war der Grund wieso ich jetzt opera ver­wende.
    Außer­dem kann man den wer­be­filter ganz ein­fach ein­schal­ten, dazu muss man nur eine Liste her­run­ter­laden und ein­binden. Diese kann man seh schön sel­ber verändern.

    Viele Grüße,
    Hannes

  3. Gottfried Beyer sagt:

    Hallo zusam­men,
    da ich Anfänger bin was das Sur­fen im Inter­net bet­rifft, frage ich Experten was ich für einen Browser ich ver­wen­den soll. Im Moment habe ich den IE u. den Mozilla Fire­fox 3.0.3.. Ich nutze und brauche alles nur zu pri­vaten Zwecken. Die Inter­essen sind viellfältig. Bei Fire­fox habe ich den Adblock Plus um die lästige Wer­bung zu unterbinden. Das funk­tion­iert bis auf ganz sel­tene Wer­beein­blendun­gen ganz gut. Wie kann ich dies bei IE tun um ähnliches zu erre­ichen. Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand den Instal­la­tion­sweg aufzeigen kön­nte. Ich muß jeden Schritt erk­lärt bekom­men haben. Was gibt es außer­dem, was ein Anfänger wis­sen sollte. Wie schützt am sich als Surfer. Auf dem PC mit 120 GB ist Win­dows Vista instal­liert. Die Umset­zung von Buch auf PC klappt so viel wie überhaupt nicht. Wer kann mir Rat und Vorschläge gerne an fol­gende E-Mail g.und.e.beyer@t-online.de senden. Ich bin bei einem Internet-Online Shop Mit­glied. Lei­der ist die Hilfe sehr begrenzt. Das Prob­lem ist bei mir (67 J), dass alle mündlichen Erk­lärun­gen sehr schnell wieder vergessen werden.

    Mit fre­undlichen Grüßen
    Got­tfried Beyer

  4. maximilian sagt:

    opera das non-plus-ultra sage nur thorwaldt


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