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Freitag, 26. September 2008 Uhr

Wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Dass solch weise Worte zutref­fen, ist nicht immer der Fall. Wer sich jedoch die Zeit nimmt und die Mühe macht, einen Brow­ser zu fin­den, der in allen Punk­ten den eige­nen Ansprü­chen genügt, wird diese Weis­heit bestä­tigt finden.

Den Markt­füh­rer unter den Brow­sern, den Inter­net Explo­rer (IE), lasse ich bewusst außen vor - ist er doch mehr Krank­heit als Brow­ser Evil . Nein - Spaß bei Seite - den IE nutze ich nur zu Test­zwe­cken, etwa um die Dar­stel­lung mei­ner Web­sei­ten unter Win­dows zu kon­trol­lie­ren. Eine halb­wegs objek­tive Mei­nung traue ich mir daher, genau wie über Apple-Browser Safari, nicht zu. Was ich nicht nutze, kann ich auch nicht beurteilen.

Als beken­nen­der Linux- bzw. Kubuntu-Nutzer drän­gen sich mir die drei Brow­ser aus der Über­schrift auf: Fire­fox 3.03, Opera 9.60 und Kon­queror in der Ver­sion für KDE 4.1.1. Alle drei sind übri­gens auch für Win­dows ver­füg­bar. Die gän­gi­gen Plugins für Flash und Java-Plugin funk­tio­nie­ren in jedem.

Alle drei zei­gen auch die Web­sei­ten (meist) kor­rekt an - Aus­nah­men tre­ten eigent­lich nur bei schlam­pi­ger Pro­gram­mie­rung auf oder wenn Web­sei­ten auf einen Brow­ser, gewöhn­lich den IE, “opti­miert” wur­den. Beide Fak­to­ren ergän­zen sich auch hervorragend.

1 Firefox 2 Opera 3 Konqueror

Der Pri­mus ist ganz klar der Fire­fox. Seine “modu­lare” Auf­bau­weise, die es fast unbe­schränkt ermög­licht, ihn in Funk­tio­na­li­tät und Erschei­nungs­bild zu ergän­zen, stellt alle ande­ren Brow­ser in den Schat­ten. Trotz­dem oder gerade des­halb muss er sich den Vor­wurf gefal­len las­sen, dass er manch­mal etwas träge und spei­cher­hung­rig daherkommt.

Dafür bie­tet er aber eine große Anzahl an Add-ons, die nicht nur das all­täg­li­che Sur­fen, son­dern auch das pro­fes­sio­nelle Arbei­ten erleich­tern. Ich denke da an die Add-ons Html Vali­da­tor oder Web Deve­l­oper, die wohl aus dem All­tag eines Webent­wick­lers kaum noch weg­zu­den­ken sind. Eben­falls lässt sich Fire­fox in Sachen Sicher­heit um eini­ges erwei­tern, Script- und Wer­be­blo­ckern sei Dank.

Ich muss nicht wei­ter erwäh­nen, dass Fire­fox wie selbst­ver­ständ­lich mit den Web­stan­dards umgeht. Die von mir gern genutzte auto­ma­ti­sche Recht­schreib­kon­trolle lässt sich per Add-on nach­rüs­ten. In Punkto Funk­tio­na­li­tät und Ein­satz­mög­lich­keit bleibt kaum ein Wunsch unbefriedigt.

Nicht zuletzt ist Fire­fox der ein­zige Brow­ser, in dem die Vor- und Zurück- (Daumen-) Tas­ten mei­ner Maus Out-Of-The-Box funktionieren.

Opera dage­gen besticht durch sein schlan­kes Design, das auch durch ver­schie­dene The­mes erwei­tert wer­den kann. Als ein­zi­ger der drei Kan­di­da­ten ist er kein Open Source-Pro­dukt son­dern pro­prie­tär. Er ist, zumin­dest sub­jek­tiv, der schnellste Brow­ser. Von Haus aus bie­tet er die meiste Funk­tio­na­li­tät (siehe Wiki), ohne dass Add-ons instal­liert wer­den müs­sen oder könn­ten. An deren Stel­len wer­den Wid­gets ange­bo­ten. Einige sind zwar ganz nett, mehr aber auch nicht. Das Ent­wick­ler­werk­zeug Dra­gon­fly ist lei­der noch im Alpha-Stadium und somit nur bedingt einsetzbar.

Her­aus­ste­chend ist, dass Opera nicht nur als Brow­ser son­dern auch als Feed-Reader, E-Mail- und IRC-Client genutzt wer­den kann und zwar von Haus aus. Da er dies hard­ware­scho­nend umsetzt, kann er auf älte­ren Sys­te­men als All-in-One-Werk­zeug ein­ge­setzt werden.

Nega­tiv (und das ent­ge­gen dem aktu­el­len Trend) fällt mir aber immer wie­der auf, dass Opera nur bedingt mit neu­es­ter Web 2.0 - Tech­no­lo­gie umge­hen kann. Immer wie­der kommt es zu Feh­lern, wenn man tinyMCE nutzt. Dies ist die WYSIWYG-Editor-Oberfläche, die z.B in vie­len Foren oder ande­ren Web 2.0-Applikationen, wie Word­press, ver­wen­det wird. Als Foren-Moderator und Blog­ger ist dies für mich natür­lich ziem­lich hin­der­lich. Gerade letz­te­res zwingt mich beim Blog­gen (Word­press ist die Tech­no­lo­gie hin­ter die­sem Blog) immer wie­der, den Brow­ser zu wech­seln und zu Fire­fox zu grei­fen. Wei­ter­hin ist die Recht­schreib­prü­fung wäh­rend der Ein­gabe ein ech­tes Manko, da diese gar nicht vor­han­den ist. Gerade beim Ver­fas­sen von län­ge­ren Tex­ten im Blog oder im Wiki ist sie aber ein Muss. Eine Prü­fung des gesam­ten Tex­tes nach des­sen Fer­tig­stel­lung erweist sich in der Pra­xis dann doch meist als unprak­ti­ka­bel. Bei Tipp- oder sons­ti­gen Feh­lern ist es ein­fach pro­duk­ti­ver, sofort auf diese auf­merk­sam gemacht zu werden.

Kon­queror als Drit­ter im Bunde ern­tete schon früh Lor­bee­ren, war er doch der erste Brow­ser, der unter Linux weit­ge­hend absturz­frei ein­ge­setzt wer­den konnte. Das war zu einer Zeit, als der IE noch das Non­plus­ul­tra dar­stellte, Mozilla noch gar nicht exis­tierte, Net­scape von regel­mä­ßi­gen Abstür­zen heim­ge­sucht wurde und Safari aus ihm her­vor­ging. Auch heute noch ist er ein leis­tungs­fä­hi­ger Brow­ser für den KDE. Da er ein Nischen­da­sein führt, wer­den die wenigs­ten Web­sei­ten auf seine Bedürf­nisse ange­passt. Da er sich doch stark an die W3C-Vorgaben ori­en­tiert, rea­giert er rela­tiv bockig auf nicht kon­for­men Code. Dies fällt meist bei der Schriften-Darstellung ins Gewicht. Ein abso­lu­tes NoGo für ihn ist der tinyMCE, was lei­der für mich eben­falls ein KO-Kriterium in Bezug auf seine Nut­zung dar­stellt. Die JavaScript-Engine von Kon­queror ist dem javascript-basierenden Browser-Editor ein­fach inkom­pa­ti­bel - oder auch umgekehrt.

Dabei bie­tet Kon­queror von Haus aus eine per­fekte Ein­glie­de­rung in die KDE-Arbeitsumgebung. Für ihn wer­den einige Add-ons direkt über die Paket­ver­wal­tung von Kubuntu gebo­ten, etwa ein Wer­be­blo­cker, der Web­ar­chi­vie­rer oder ein HTML-Validator. Er nutzt die Recht­schreib­prü­fung von KDE, die für mich die über­sicht­lichste ihrer Art ist. Sie unter­streicht falsch Geschrie­be­nes nicht ein­fach nur, son­dern stellt es wäh­rend der Ein­gabe kom­plett in roter Schrift­farbe dar.

Wer die Wahl hat, hat die Qual …

… und so nutzte ich eine Zeit lang die drei Brow­ser par­al­lel. Opera als mein Favo­rit zum all­ge­mei­nen Sur­fen und für die Foren­ar­beit, Fire­fox fürs Blog­gen und den Kon­queror zum Ver­fas­sen von Wiki-Artikeln. Ich denke, es ist nicht allzu schwer nach­zu­voll­zie­hen, dass dies auf Dauer eher belas­tend, denn ent­span­nend ist. Das fängt bei Star­ten des jewei­li­gen Pro­gramms an und setzt sich bis hin zum Spei­chern der Book­marks fort.

Fazit

Genervt von der eben beschrie­be­nen Situa­tion blieb mir nur eine Lösung:

Da Fire­fox der fle­xi­belste der beschrie­be­nen Brow­ser ist, habe ich mir die Mühe gemacht die Funk­tio­na­li­tä­ten, die ich bei ihm im Ver­gleich zu Opera ver­misst habe, per Add-ons nach­zu­rüs­ten. Soweit ich das zu die­sem Zeit­punkt beur­tei­len kann, ist mir das auch ziem­lich zufrie­den­stel­lend gelun­gen. Ich werde zeit­nah habe hier eine Liste der von mir genutz­ten Plugins veröffentlichen.

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5 Kommentare

Kommentar von Buba

Beim Lesen des Arti­kels fällt mir eins auf, und zwar, dass eins der Haupt­the­men bei der Brow­ser­wahl gar nicht berück­sich­tigt wurde: Die AdBlock-Geschichte!

Grad Fire­fox ist durch die Modu­la­ri­sie­rung und Erwei­ter­bar­keit (mit Adblock Plus) nahezu wer­be­frei. Bei Opera gibt es im Prin­zip eine (sehr auf­wen­dige) ähnli­che Vari­ante, wo ich aber weder hier noch in dei­nem Wiki was zu fin­den konnte (so was wie eine vor­ge­fer­tigte Datei quasi), und bei Kon­que­rer weiß ich dies­be­züg­lich lei­der gar nichts.

Also, da besteht Nachholbedarf! Smile

Kommentar von Sven

[…] Also, da besteht Nach­hol­be­darf!
…wenn du mei­nen Arti­kel auf­merk­sam liest, wirst du bemer­ken, dass ich für Fire­fox und Kon­queror die Wer­be­blo­cker erwähne. Wenn ich mich recht ent­sinne, dann hast du mir sogar vom Konqueror-Feature erzählt 8) . Die­ses ist schon per Default instal­liert und kann in den Ein­stel­lun­gen unter Wer­be­fil­ter ergänzt/eingesehen werden.

Das ent­spre­chende Add-On für Fire­fox ist in mei­ner Über­sicht Firefox-Erweiterungen unter Ansichts­sa­chen aufgeführt.

Opera sel­ber bie­tet diese Funk­tion nicht. Das ist his­to­risch begrün­det, da er in frü­he­ren Ver­sio­nen direkt Wer­bung ent­hielt, um sich zu finan­zie­ren. Es gibt die Mög­lich­keit, Con­tent per Rechts­klick zu fil­tern, eine beste­hende Fil­ter­liste zu impor­tie­ren oder eine kom­mer­zi­elle Lösung zu nut­zen - hast recht, das sollte ich ggf. noch im Wiki ergänzen.

 
 

Kommentar von Hannes

fällt mir aber immer wie­der auf, dass Opera nur bedingt mit neu­es­ter Web 2.0 - Tech­no­lo­gie umge­hen kann. Immer wie­der kommt es zu Feh­lern“
Das sehe ich ganz und gar­nicht so. Opera kann damit sehr gut umge­hen und kann sogar mit ganz neue Stan­darts umge­hen. Was gegen den Trent ist, dass Fire­Fox ein­fach Feh­ler in Web­sei­ten igno­riert und dem Homepage-Autor eine funk­tio­nie­rende Web­seite vor­gau­kelt, dass kann schlimme Aus­wir­kun­gen haben! Die­ses war der Grund wieso ich jetzt opera ver­wende.
Außer­dem kann man den wer­be­fil­ter ganz ein­fach ein­schal­ten, dazu muss man nur eine Liste herr­un­ter­la­den und ein­bin­den. Diese kann man seh schön sel­ber verändern.

Viele Grüße,
Hannes

 

Kommentar von Gottfried Beyer

Hallo zusam­men,
da ich Anfän­ger bin was das Sur­fen im Inter­net betrifft, frage ich Exper­ten was ich für einen Brow­ser ich ver­wen­den soll. Im Moment habe ich den IE u. den Mozilla Fire­fox 3.0.3.. Ich nutze und brau­che alles nur zu pri­va­ten Zwe­cken. Die Inter­es­sen sind viell­fäl­tig. Bei Fire­fox habe ich den Adblock Plus um die läs­tige Wer­bung zu unter­bin­den. Das funk­tio­niert bis auf ganz sel­tene Wer­be­ein­blen­dun­gen ganz gut. Wie kann ich dies bei IE tun um ähnli­ches zu errei­chen. Ich wäre sehr dank­bar, wenn mir jemand den Instal­la­ti­ons­weg auf­zei­gen könnte. Ich muß jeden Schritt erklärt bekom­men haben. Was gibt es außer­dem, was ein Anfän­ger wis­sen sollte. Wie schützt am sich als Sur­fer. Auf dem PC mit 120 GB ist Win­dows Vista instal­liert. Die Umset­zung von Buch auf PC klappt so viel wie über­haupt nicht. Wer kann mir Rat und Vor­schläge gerne an fol­gende E-Mail g.und.e.beyer@t-online.de sen­den. Ich bin bei einem Internet-Online Shop Mit­glied. Lei­der ist die Hilfe sehr begrenzt. Das Pro­blem ist bei mir (67 J), dass alle münd­li­chen Erklä­run­gen sehr schnell wie­der ver­ges­sen werden.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
Gott­fried Beyer

 

Kommentar von maximilian

opera das non-plus-ultra sage nur thorwaldt

 

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