Logo

612 E-Mails - Miss­brauch mei­ner E-Mail-Adresse

Schlagwörter: ,

Dies war da erste Ergeb­nis, das KMail mir ges­tern mor­gen nach dem Rech­ner­start anzeigte. Nun könnte man mei­nen, dass sich sooo beliebt sei - dem ist natür­lich nicht so Angel . Das Ganze war natür­lich nur Spam - wobei ich mir nicht sicher bin, dass diese Bezeich­nung so rich­tig ist.

Der Groß­teil der erhal­te­nen E-Mails waren Auto­re­spon­der ver­schie­de­ner Mail-Delivery-Systeme, die unzu­stell­bare Mails beklag­ten. Nicht aus­zu­den­ken, in wel­cher Masse Mails zuge­stellt wurden.

Sicher ist also, dass meine E-Mail-Adresse von sub­ver­si­ven Sub­jek­ten miss­braucht wurde. Zur Art und Weise fal­len mir eigent­lich nur zwei Mög­lich­kei­ten ein, wie dies zu Stande kom­men konnte.

1. Die E-Mail-Adresse wurde von der Web­seite ausgelesen.

Bei der miss­brauch­ten Adresse han­delte es sich um die info@-Adresse. Zuge­ge­be­ner Maßen war diese leicht im Impres­sum zu fin­den. Dort hatte ich sie mit Hilfe einer Gra­fik ein­ge­bun­den, die mailto-Ver­lin­kung war aber rela­tiv unge­schützt zu fin­den. Deren Wert, also die betrof­fene E-Mail-Adresse, wurde ledig­lich aus einer .php-Datei als Varia­ble impor­tiert. Ein Umstand, der es fin­di­gen Craw­lern also nicht unmög­lich macht, sie auszulesen.

Ande­rer­seits ist es auch nicht unbe­dingt ein Geheim­nis, dass die meis­ten der Domains eine info@-Adresse als pri­märe Kon­takt­mög­lich­keit nut­zen. Schließ­lich bekam ich rela­tiv zeit­nah schon die ers­tem Spam-Mails auf diese Adresse gelie­fert. Zu die­sem Zeit­punkt war meine Seite noch nicht mal online. Ins­ge­samt gese­hen war das Spam-Aufkommen aber noch in einem erträg­li­chen Rah­men und lag schät­zungs­weise durch­schnitt­lich bei 15-25 Mails pro Tag.

2. Die E-Mail-Adresse wurde von/an Dritte weitergegeben.

Sicher­lich könnte man jetzt anmer­ken, dass es nicht der Weis­heit letz­ter Schluss ist, eine E-Mail-Adresse und gerade diese, für die Anmel­dung in verschiedenenForen/Diensten zu nut­zen. Aller­dings hielt sich das Ganze ja wie beschrie­ben in Gren­zen. Und zwar genaus so lange, bis ich auf die glor­rei­che Idee kam, mich bei den drei rechts ste­hen­den Blogger-Verzeichnissen anzumelden.

Bereits wenige Stun­den nach der Anmel­dung bei der Blog­ge­rei lie­fen die ers­ten Spam-Mails in mei­nen Fil­ter. Einige Zeit spä­ter mel­dete ich mich bei den ande­ren zwei Diens­ten an. Das war genau vor drei Tagen. Inter­es­san­ter­weise platzt also genau zwei Tage nach der Anmel­dung mein Post­fach. Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt. Sicher­lich kann man beson­ders in die­sem Fall wie­der anfüh­ren, dass ich doch eine Spam-Adresse hätte nut­zen sol­len. Aber mal ganz ehr­lich - die info@-Adresse war ja schon kom­pro­mit­tiert und ich hab ja auch keine Lust, stän­dig mei­nen Spam-Account nach even­tu­ell doch inter­es­san­ten Mails zu durchforsten.

Außer­dem kommt ja hinzu, dass es sich im vor­lie­gen­den Fall gar nicht um Spams im eigent­li­chen Sinn han­delt, zumin­dest nicht für mich. Meine Adresse wurde als Absende-Account “ledig­lich” miss­braucht. Das ist auch, was mich so ärgert. Würde ich nur die Spams bekom­men, könnte ich damit leben - dass aller­dings Spams mit mei­ner E-Mail-Adresse ver­schickt wer­den, ist mehr als ärgerlich.

Wie dem auch sei, der Scha­den ist nun schon ent­stan­den und daran kann ich nichts ändern. Geän­dert bzw. gelöscht habe ich die ent­spre­chende E-Mail-Adresse. Natür­lich über­legte ich mir, wie ich die neuen Adres­sen bes­ser schüt­zen kann.

Zum einen wird dem­nächst nicht mehr die Bequem­lich­keit sie­gen und ich werde mei­nen Spam-Account bei einem Free­mai­ler für Anmel­dun­gen im Netz, egal wo, zu nut­zen. Auf der ande­ren Seite mache ich mir auch Gedan­ken, wie ich die Adresse, die ich auf der Web­seite ange­ben muss, bes­ser schütze.

Schutz der E-Mail-Adresse inner­halb Webseite

Zu die­sem Zweck gibt es ver­schie­dene Ansätze und Wege. Kate­go­risch aus­schlie­ßen möchte ich den Weg, die E-Mail-Adresse per document.write() oder sons­ti­gem JavaScript-Code in die Seite ein­bin­den zu las­sen. Besu­cher mit deak­ti­vier­tem Java­Script wür­den dann ja bes­ten­falls nur die <noscript>-Mel­dung ange­zeigt bekom­men. Das kommt für mich nicht in Frage - all­ge­mein bin ich nicht der Fan von Java­Script, zumin­dest nicht, wenn es sich um sol­che Pro­blem­lö­sun­gen handelt.

Ein wei­te­rer Weg ist, die E-Mail-Adresse als Gra­fik ein­zu­bin­den und nicht als Text. Dies habe ich genutzt und habe sogar inner­halb der Gra­fik das begehrte @-Zeichen, sowie den nor­ma­len Auf­bau der E-Mail-Adresse ver­mie­den. Das hat aller­dings den Nach­teil, dass die Adresse nun nicht direkt als E-Mail-Adresse ins Auge springt und sich schon gar nicht kom­for­ta­bel in den E-Mail-Client kopie­ren lässt.

Um das Ganze für den Besu­cher bes­ser und kom­for­ta­bler zu gestal­ten, muss also eine mailto-Ver­knüp­fung her. Diese benö­tigt aber zwangs­läu­fig die kom­plette E-Mail-Adresse im Quell­code. Damit diese nicht im Klar­text dort zu fin­den ist, habe ich sie als Uni­code kodiert und in dezi­ma­ler Schreib­weise in den Quell­code ein­ge­tra­gen. Der Brow­ser stellt sich rich­tig dar, für Bots soll sie so nicht les­bar sein. Um sich die Buch­sta­ben “umrech­nen” zu las­sen, kann man das Ter­mi­nal-Pro­gramm uni­code nutzen:

# sudo apt-get install uni­code
# uni­code --string adresse@provider.tld

Unicode-Entsprechung: &#97;&#100;&#114;&#101;&#115;&#115;&#101;&#64;&#112;&#114;&#111;&#118;&#105;&#100;&#101;&#114;&#46;&#116;&#108;&#100;

So wird aber nur jeder Buch­stabe ein­zeln ange­zeigt, so dass das Ganze ein recht müh­sa­mes Unter­fan­gen wird. Das Inter­net wäre aber nicht das Inter­net, wenn es nicht auch dafür ver­schie­dene Dienste bie­ten würde. Bevor man da aber seine zu kodie­rende E-Mail-Adresse blau­äu­gig ein­gibt, sollte man sich den Anbie­ter genau anse­hen - nicht dass man den Bock zum Gärt­ner macht. Zumin­dest ver­wun­dert es mich, wenn ein Dienst abbricht, sobald er keine valide Adresse erkennt - auch gestü­ckelt sollte er die Adresse umwandeln.

Um her­aus­zu­fin­den,wel­che Methode die bes­sere ist, habe ich ein­fach zwei Adres­sen ein­ge­rich­tet und für jede Methode eine ein­ge­tra­gen. Bleibt abzu­war­ten, auf wel­che zuerst eine Spam-Mail ein­geht. Zu fin­den ist das Ganze im Impres­sum.

Geschrieben am 10.08.2008 von Sven in Aktuelles, Webseite · 7 Kommentare
Weder Pings noch Kommentare sind erlaubt.

7 Komentare auf “612 E-Mails - Miss­brauch mei­ner E-Mail-Adresse”

  1. AMUNO sagt:

    Kann man denn nicht mit einem guten Blo­cker die Adresse wei­ter­füh­ren? Müsste doch mög­lich sein, gebe aller­dings gerne zu, dass ich auch jähr­lich meine Email ändere.

    Gruß

    AMUNO

    • Sven sagt:

      Ich muss geste­hen, dass ich mich gar nicht wei­ter damit aus­ein­an­der­ge­setzt habe. Aller­dings sind die ein­ge­hen­den Mails ja kein Spam, son­dern meist die Ant­wor­ten der Mail-Systeme, wenn bestimmte Adres­sen ihres Sys­tems nicht gefun­den wer­den. Soweit ich mir das erklä­ren kann, kann ich da nix machen, außer meine Ner­ven durch Löschung der Adresse zu scho­nen. Wenn irgend­wel­che Spin­ner mei­nen, meine Adresse für ihren Mist zu nut­zen, hab ich in die­sem Fall lei­der Pech gehabt.

  2. Buba sagt:

    Ich danke mal stell­ver­tre­tend offi­zi­ell für den Tip über die Unicode-Mail-Adresse, habs gleich umgesetzt!

  3. otium sagt:

    Ubd wenn man, statt die e-mail-Addresse anzu­ge­ben, ein Kon­takt­for­mu­lar ein­baut, müßte das doch das Pro­blem auch lösen, oder?

    • Sven sagt:

      Nein nicht wirk­lich. Kon­takt­for­mu­lare kön­nen ebenso zuge­spammt wer­den. Auf Grund des­sen wer­den sie übli­cher­weise auch mit Cap­chas etc. gesi­chert. Zum ande­ren ist die Kom­mu­ni­ka­tion per E-Mail siche­rer als per For­mu­lar, vor allem dann, wenn man kein SSL einsetzt.

      Zu guter Letzt möch­ten die meis­ten Benut­zer auch ein­fach gar kein Foru­mu­lar nut­zen, weil E-Mails -zumal noch im bevor­zug­ten Client- ein­fa­cher und kom­for­ta­bler zu hand­ha­ben sind.

Trackbacks/Pingbacks

  1. […] etwas mehr als zwei Mona­ten wurde meine E-Mail-Adresse kom­pro­mit­tiert, so dass ich mir eigent­lich erst­mals ernst­haft Gedan­ken machte, wie ich Spam wir­kungs­voll auf bzw. […]

  2. […] ich noch expli­zit erwäh­nen, dass diese E-Mails an die vor eini­ger Zeit kom­pro­mi­tierte E-Mail-Adresse gesen­det wur­den ?! Abge­legt unter: Pro­gramm­tipp, Tages­ge­sche­hen Autor: […]


Diese Seite und ihr Inhalt unterliegen, sofern nicht anders gekennzeichnet, einer Creative Commons-Lizenz.
cclicense

Dieser Blog benutzt das großartige WordPress.

top